Coming Out Stories

Schwule Geschichten von Jungs für Jungs. Erzählt eure Coming-Out Story und gebt hilfreiche Tips.

Von den Anfängen bis zum Coming-Out

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Meine Schwester wusste es schon bei der Geburt das ich schwul bin. Doch ich wollte es nicht wahrhaben. Meine Eltern lachten mich zuerst aus als ich es gebeichtet hatte das ich meinen ersten Freund habe. Ich musste einen harten Weg gehen der zum Militär führte mit einer weiteren Comming-Out Phase. Dort gab es eine sehr überragende Überraschung. Und dan eine Wendepunkt der den Prozess endgültig abgeschlossen hatte.

Viele Stellen sich die Frage was wohl beim Coming-Out passiert. Das ist meist einer schwere Frage und man informiert sich gerne bei anderen und Ihrem Coming-Out. Daher möchte ich gerne meine Story zu meinem Coming-Out aufschreiben und es euch präsentieren. Dies geht von den Anfängen bevor ich es merkte bis hin zum outen.

Meine Schwester war die erste die es wusste das ich schwul bin. Aber nicht weil ich es ihr gesagt habe sondern sie hatte es im Gefühl gehabt und wusste es von Anfang an das ich schwul bin. Wie sie das hinbekommt? Nun weiß die Götter wieso. Natürlich hat sie es mir immer und immer wieder auf die Nase gebunden. So auch als ich meine erste Freundin hatte sagte sie zu mir das ich es doch aufgeben soll weil ich eh schwul bin. Ich habe damals nur gesagt das sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte oder das sie eben eine Menge Schrauben locker hat im Kopf. Später, muss ich heute zugeben, hatte sie eigentlich ja nicht unrecht. Bei meinem Zwillingsbruder wissen wir es leider nicht ob er auch schwul ist da dies meine Schwester auch gesagt hat. Er starb im Alter von gerade mal 3 Monaten. So musste ich dann eben ihre "Weissagung" bewahrheiten.

Mit meiner ersten Freundin verlief eigentlich soweit alles gut wäre da das Sexuelle nicht. Wie in jeder Beziehung kam auch hier irgendwann der Punkt der sexuellen Erfahrungen und die ist zum einen amüsant zum anderen auch gemein. Meine Freundin lag im Bett und lernte für Ihre Prüfungen in der Schule während ich am PC was getan habe. Ich hatte sie zwar stets im Blickfeld dennoch habe ich sage und schreibe 20 Minuten gebraucht um es zu registrieren das sie mit lernen fertig war und bereits nackt im Bett lag. Die Decke lag noch zwar über ihren Intimbereich man konnte es aber sehen das sie vollständig entkleidet war. Meine Frage war eben nur warum sie denn Nackt ist. Ich wollte es anscheinend nicht begreifen was sie wollte. Auch als sie dann zu mir kam um mich ins Bett zu bekommen wollte ich es nicht recht verstehen. Anscheinend wollte da schon mein Körper eindeutig sagen: "Du junge falscher Film das ist nichts für dich!" Als sie mir dann endlich sagen konnte was sie wollte sagte ich ihr wirklich ins Gesicht: " Naja oben ist zu viel und unten fehlt alles womit ich was anfangen kann". Als ich dann registrierte was ich da gerade sagte dachte ich mir als erstes, jetzt bekomme ich eine geknallt. Doch um ehrlich zu sein warte ich heute noch darauf das sie mir eine knallt für diese Aussage. Nach diesem Gedanke hatte ich mich an die Worte meiner Schwester erinnert und fing dann endlich an zu denken das sie vielleicht gar nicht unrecht hat.

Natürlich zerbrach daraufhin die Beziehung was nach logischen Schlussfolgerungen auch nicht anders zu erwarten ist. Ich setzte mich dann mal mit den Gedanken auseinander das ich schwul sein könnte. Hätte ja auch sein können das vielleicht meine Freundin nicht meinen sexuellen Vorstellungen entsprach. Der Gedanke daran schwul zu sein und mit einem anderen männlichen Partner solche Dinge zu vollführen oder sogar mit ihm mein restliches Leben zusammen zu verbringen stoß nicht auf wiederstand sondern eher auf Interesse. Mit meinen, damals muss man dazu sagen, jungen 15 Jahren war es doch früh sich mit diesem Thema auseinander zu setzten. Heute hat sich ja die Gesellschaft dahin gewandelt das es durchaus mit 15 es normal ist oder sogar jünger doch noch in meiner Zeit galt das noch als früh. So kann man sehen wie schnell sich die Gesellschaft schon entwickelt. Aber um wieder zurück zu kommen hatte ich zwar Interesse an dem Gedanken doch war es schon seltsam. Ich habe meinen Gedanken freien Lauf gelassen da es wie gesagt schon interessant war und zum anderen hatte ich damit auch keine Probleme Gedanken freien Lauf zu lassen. Ich kam erst ins stocken mit diesem Gedanken als es beim Sex an den Analverkehr dachte. Der Gedanke hatte doch etwas Wiederwillen gespielt und wusste nicht zurecht wie ich damit umgehen soll. Der restliche Teil mit meinen Gedanken im Bezug auf restliche Aktivitäten beim Sex oder das zusammen leben mit einem Mann hatte keine Hindernisse gegeben wodurch ich den Worten meiner Schwester Glauben geschenkt habe langsam. In diesem Fall war natürlich meine Schwester die erste Ansprechperson für solches Thema, denn schließlich wusste es sie ja anscheinend.

Ich habe mit ihr dann auch lang und breit darüber geredet. Schließlich waren die Gedanken ja neu und musste mich mit jemanden austauschen. Dort erfuhr ich das sogar meine Schwester in ihren jungen Jahren gleichgeschlechtliche Erfahrungen gesammelt hatte. Ich hatte bedenken ob das wirklich was für mich ist, denn ich hatte bei den Gedanken an Analverkehr doch Probleme. Sie sagte zu mir das sie schwule paaren kennt die nicht einmal das ausüben. Es kommt immer darauf an das man sich und seine Wünsche akzeptiert und wenn jemand das nicht ausüben will muss man das eben akzeptieren. Es ist ja schließlich so, dass man sich in den Charakter der Person verliebt und nicht in das Aussehen des anderen. Es gibt auch genügend andere Sachen die man machen kann und nicht auf das Analverkehr angewiesen ist. Ich fand es schon erstaunlich wie gut meine Schwester sich daran auskannte obwohl sie nicht männlich ist. Doch durch Freundschaften mit anderen schwulen war es auch nachvollziehbar. Meine Schwester gab mir dann noch einen weiteren Rat mit: "Du kannst es erst wissen ob es was für dich ist und ob du es magst oder nicht, wenn du es probiert und versucht hast." Diese Satz änderte grundlegend meine Einstellung nicht nur auf meine Gedanken ob es was ist wegen Analverkehr sondern grundlegend meine Denkweise in allen Lebensweisen.

Ich begann also mich zu informieren lernte einige Leute im Internet kennen die schwul sind und eine Beziehung hatte. Ich war doch erstaunt wie viele Lebensweise es da gab. Die einen vollziehen keinen Analverkehr weil beide es nicht mochten und andere vollzogen nicht den Oralverkehr weil sie es nicht mochten. Ich merkte immer mehr welch Weise Worten meine Schwester mir gab das die Sexuelle Praxis nichts mit der Ausrichtung zu tun hat. Aber bevor ich mit dem ganzen zu meinen Eltern kam, wollte ich dennoch zuerst einmal selbst Erfahrungen machen. Diese machte ich dann auch wenig Später.
In einem Lehrgang in Hauswirtschaft lernte ich einige Freunde kennen unter anderem auch meinen ersten Freund. Diese Geschichte erzähle ich auch recht gerne da es doch etwas mit einem Traum zu tun hat. In Hauswirtschaft waren ich und mein Freund, nennen wir ihn Danni, für das Kochen zuständig überwiegend. Dafür haben wir meist geschaut was wir kochen und mussten dafür einkaufen gehen. Natürlich gab es auch noch andere aufgabengebiete, jedoch wurden Danni und ich überwiegend zum Kochen eingeteilt da wir anscheinend recht gut kochten. Wir taten das auch mit Leidenschaft was vermutlich auch der Grund zu unseren guten Kochkünsten ist. An einem Tag gingen wir einkaufen und sahen schon das sich eine schlecht Wetterfront naht. Wir beeilten uns jedoch hatten wir keine Chance gegen die Schnelligkeit des Wetters. Als wir uns wieder auf den Rückweg machten kam es zum Wolkenbruch und es schüttete als wären hunderte Eimer ausgeschüttet worden. Als wir wieder ankam waren wir klitsch Nass und stellten unsere Einkäufe im Gang des Hauses ab. Danni ging nochmal raus und beobachtete den Regen und ich ruf nach ihm das er wieder rein kommen soll. Er aber ruf mich zu sich ich solle das mit beobachten. Ich kam zu ihm und schaute mit nach oben. Eigentlich gefährlich müsste ich sagen da es nicht ein normaler Wolkenbruch war sondern eine Gewittersturmfront. Wir beobachteten die Bäume wie sie sich neigten im Sturm, wie der Regen in eine Richtung geweht wurde und wie der Himmel durch die Blitze erleuchtete und das mitten im Regen auf dem Parkplatz. Wir nahmen uns in den Armen und schauten uns in die Augen. Der Regen und der Sturm machten uns nichts aus wir hielten stand auch als der Blitz in dem nahen Baum einschlug. Es war uns total egal wir hatten nur noch uns gegenseitig im Kopf und in den Augen. Als wir uns dann küssen wollten wurden wir vom Chef gestört. Wir kamen rein und wechselten die Kleidung zuvor sind wir aber noch gemeinsam unter die Dusche gegangen jedoch recht schnell weil wir Kochen mussten. Während wir kochten redeten wir über dieses Erlebnis zusammen was gerade passierte. Er war es nicht gewohnt wie ich. Wir beschlossen uns dennoch eine Beziehung zu starten.

Nun kam der Teil es meinen Eltern zu beichten. Auf dem nachhause Weg machte ich mir Gedanken wie ich dies am besten meinen Eltern beibringen kann und vor allem wie sie darauf reagierten. Ich konnte es mir nicht wirklich vorstellen da meine Mutter nach alten Werten und Tradition erzogen wurde und mein Vater zwar aus Japan kommt, jedoch auch er nach klassischen Deutschen Werte erzogen wurde da er in Deutschland groß geworden ist. In Japan gibt es eben ein Sprichwort: "Wenn du in ein anderes Dorf gehst solltest du dich dem Dorf anpassen." Heißt so viel: Wenn du in ein anderen Land gehst und lebst passe dich den dort gegebenen Lebensstil an. Und aus diesem Grund wurde mein Vater eben nach Deutschen Werte erzogen hatte aber dennoch Einblicke in die Japanische Philosophie und Lebensstil. Und aus diesem Grund wusste ich nicht wie meine Eltern darauf reagierten. Ich beschloss jedoch auf dem Heimweg das ich es meinen Eltern gleich sage. Es macht für mich ein schlechtes Bild wenn ich es verheimliche und sie es dann von dritten erfahren. Als ich dann nach Hause kam sagte ich es ihnen in einem Gespräch mit ihnen das ich doch schwul bin und meiner Schwester recht hat da ich einen Freund habe. Meine Eltern lachten total und dachten ich würde sie veräppeln. Ich hatte ab da dann gemischte Gefühle. Nehmen sie es ernst oder nicht? Wieso diese Reaktion dachten sie wirklich ich würde sie belügen und veräppeln? Nun ich habe das dann mal einfach so da stehen lassen die Reaktion. Ich traf mich mit meinen Freunden und auch denen habe ich es direkt gesagt. Aber deren Reaktionen waren normal. Sie allen hatte keine Probleme damit und sagten eben das ich damit glücklich werden muss es ist ja mein Leben und es ist denen egal ob ich mit einer Frau oder einem anderen Mann zusammen bin solange ich damit leben und glücklich werden kann. Es hat keine Auswirkungen darauf ob die Freundschaft da ist oder nicht schließlich ist ein Freund der glückliche ist im Leben weitaus besser als ein Freund der trübsinnig ist und es unterdrückt.

Ich war doch erstaunt welche Worte ich, wie ich bereits geschrieben habe, von meiner Schwester bekommen haben und nun auch von meinen Freunden. Ich hatte anscheinend den richtigen Freundeskreis. Als dann mein Freund bei mir zu Hause war und meine Eltern bemerkt haben das ich es ernst meine damit das ich mit ihm eine Beziehung führe waren die Reaktion das genaue Gegenteil vom Anfang und nicht mehr so erheiternd. Ich selbst habe es dann auch wirklich bemerkt das ich schwul bin wie auch mein Freund es bemerkt hat das er Bi ist. Wir hatten so gesehen beide unsere ersten Erfahrungen gesammelt und beide unser Coming-Out, ich das ich schwul bin und Danni das er Bi ist. Ich hatte keine 20 Minuten gebraucht um zu registrieren das er nackt im Bett liegt und er musste auch nicht mich zum Bett schleifen sondern ich kam freiwillig. Von da an wusste ich es definitiv das meine Schwester recht hatte das ich schwul bin und lebe es auch offen und ehrlich und mache kein Geheimnis daraus auch beim Militär hatte ich dies nicht getan und da waren die Reaktionen auch ganz anders als erwartet.
Meine Eltern jedoch haben ganz anders nun Reagiert. Mein Vater wechselte mit mir kein einziges Wort mehr für 6 Monate und meine Mutter schrie mich an egal ob ich ein paar Meter weg stand oder direkt neben ihr, zudem beschimpfte sie mich auch wie Idiot, Arschloch etc. Nachdem mein Lehrgang beendet war gingen auch Danni und ich doch etwas getrennte Wege. Danni machte eine Ausbildung zum Koch und ich ging zum Militär. Dort hatte ich natürlich auch ein Comming-Out der etwas anders verlief und andere Reaktionen vorbrachte als ich dachte zudem änderte sich auch noch eine Sichtweise meiner Eltern in dieser Zeit. Ich kam im Alter von 17 Jahren zum Militär und meine Eltern schauten mich dumm an als ich die Erlaubnispapiere ihnen vor die Nase hielt die sie unterschreiben mussten das ich zum Militär darf. Ich meinte nur: "Vater du redest mit mir kein Wort mehr und Mutter du beschimpfst mich und schreist mich an. Das ist kein Familienleben und darauf kann ich auch gut und gerne verzichten. Ich bin nach wie vor euer Sohn auch wenn ihr das vielleicht jetzt nicht glaubt. Da ich darauf verzichten kann auf ein Leben mit Stillschweigen bei dir Vater und anschreien mit Beschimpfungen bei dir Mutter, habe ich den Weg gewählt ein eigenes Leben aufzubauen und gehe daher zum Militär als neuanfang. Unterschreibt dies und dann bin ich weg und ihr könnt euch Gedanken machen was ihr getan habt."

So kam es, dass ich zum Militär kam. Meine Eltern hatten die Freiheit ohne mich und konnten sich Gedanken machen während ich mich beim Militär durchschlug. Ich wusste da auch zuerst nicht recht wie ich das mit meinem Comming-Out beim Militär verbinden sollte. Schließlich hörte man da mehr als genug Geschichten wie die Leute darauf reagierten. So habe ich mich entschlossen zuerst einmal es im geheimen zu haben und den Trupp, indem ich bin, erst einmal kennen zu lernen und einschätzen zu können. Dennoch hatte ich Probleme das Geheim zu halten da ich damit eigentlich offen gelebt habe und es nicht verheimlichte. Ich merkte den Druck in einem der dabei entsteht und fragte mich wie andere das wohl über Jahre hinweg machen können. Nach den 6 Monaten grunddienst indem ich auch andere Sorgen hatte als mich zu outen begann ich damit meinen Trupp sowie Vorgesetzten systematisch auszufragen wie sie darauf reagieren. Da ich bekannt war sehr neugierig zu sein hatte ich auch die Gefahr nicht mich da verdächtig zu machen. Zuerst fragte ich mich meine Vorgesetzten da ich mit denen ein Freundschaftliches Verhältnis hatte. Ich stand immer im Kontakt zu meinen Vorgesetzten da ich der Zugführer des Trupps war. So kannte ich einige Vorgesetzten privat sogar aber noch lange nicht alle. Diese waren allerdings anders als ich erwartet habe. Ich dachte das das Militär dagegen sei zumindest Inoffiziell denn Offiziell haben sie vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einmal eine Rüge bekommen. Sie waren da sehr aufgeschlossen und sagten das es sogar innerhalb der Deutschen Bundeswehr einen Lehrgang gibt mit sowas umzugehen im Trupp da man als Vorgesetzter die Aufsichtspflicht besitzt. Ich habe mich von meinen Vorgesetzten informieren lassen wie dieser Lehrgang ausschaut und mich sogar von ihnen unterrichten lassen als Grund falls dies in meinem Trupp geschieht und jemand im vertrauen es mir sagt. Ich sicherte mir so die Rückendeckung meiner Vorgesetzten und war so erstarkt darin mein Comming-Out sogar beim Militär zu vollführen. Ich suchte mir einen Abend aus mit einer guten Gelegenheit. Meine Kameraden redeten über ihre Freundinnen und/oder früheren Beziehungen. Ich war wie immer schweigsam bei diesem Thema. Als ich dann gefragt wurde wie es bei mir ausschaut versicherte ich mir 2 mal das sie es wirklich hören wollen. Dann sagte ich: "Naja meine erste Beziehung ging stark den Bach hinunter. Ich konnte nichts mit meiner Freundin anfangen sie war anscheinend auch nicht wirklich mein Type. Aber meine zweite Beziehung war wundervoll auf der einen Seite. Ich hatte sehr schöne Erlebnisse mit meinem Freund. Unternehmungen wie auch Sexuell." Die Gesichter meiner Kameraden werde ich nie vergessen. Es war einfach Goldwert. Meine Vorgesetzten lachten und klatschten dabei sie fanden auch die Gesichter einfach göttlich und meinten zu mir das ich ja ein ganz schlauer Fuchs bin auf die Tatsache da sich mir zuerst die Rückendeckung meiner Vorgesetzten schnappte bevor ich damit den Trupp konfrontiert habe. Meine Gegenreaktion war nur das ich sagte das ich noch nie Gefragte wurde und deswegen erst jetzt damit raus rücke, wieder eine meiner schlauen Vorgehensweise.

Der eine Teil des Trupps nahm es positiv auf da haben nämlich auch ein paar bereitwillig erklärt das sie Bisexuell sind und daher es gut verstehen können. Natürlich gab es auch ein paar die da Witze darüber gemacht haben und erstaunt haben das ich da sogar mit mache. Sie fragten mich da auch warum ich Witze darüber mache wenn ich es doch selbst bin. Ich sagte zwei Sätze: "Jeder Witz enthält ein Funke Wahrheit." und "Nur wenn man Witze darüber macht zeigt man, dass man darüber im klaren ist und damit zurecht kommt nebenbei zeigt es Selbstbewusstsein und Stärke." Einer hatte damit aber verstärkt Probleme damit gehabt. Er entwickelte sogar einen kleinen Hass dabei. Er wurde ständig von unseren Vorgesetzten zusammen gestaucht da er die Befehlsweitergabe durch mich verweigerte als Zugführer. Er hatte ständig Probleme damit gemacht, einen Blick zugeworfen indem man gleich Tot umfallen würde und grundlegend mich bei allem ignorierte. Er war der einzige der aus der ganzen Reihe tanzten während der Trupp es positiv aufnahm da auch viele danach erklärten das sie Bi seien war er der es total negativ aufnahm. Es gab einige Schwierigkeiten mit ihm die sogar so weitreichend war das sich sogar unser Kasernenleiter sich damit befassen musste. Von diesem hat er eine ordentliche Rüge bekommen mit der Androhung das er seine Militärische Karriere vergessen könne wenn er sich nicht damit befasst. Nach dieser Rüge kam er zu mir und suchte das Gespräch. Es stellte sich bei diesem Gespräch heraus das er selbst schwul ist und neidisch auf mich ist das ich damit so gut umgehen und offen leben kann während er solche Probleme hat und ich damit auch noch erfolgreich bin während er von seiner Familie komplett verstoßen worden ist und er nichts auf die Reihe brachte.

Ich gab ihm einige Tipps die ich auch jedem anderen weiter geben kann. Es ist in erster Linie egal was deine Eltern oder Familie sagen. Wichtig ist das du damit leben kannst und glücklich wirst. Es bringt nichts wenn du ein Leben lebst und damit unglücklich bist oder sogar mit anderen ihre Gefühle spielst als Beispiel das du eine Frau heiratest und eigentlich schwul bist da spielst du mit den Gefühlen der Frau. Man muss Mut haben etwas neues zu zulassen nur so wird man Stärker im Leben und es entstehen ungeahnte Möglichkeiten im Leben glücklich zu sein. Was gibt es besseres im Leben als jemanden zu haben der einem Liebt? Wurst ob es ein Mann oder eine Frau ist. Man will Liebe erfahren, Zuneigung, Zärtlichkeit und Vertrauen. Das ist es wonach 98% der Leute sich sehnen bei Zweisamkeit und da ist es echt egal ob man als Mann nun einen anderen Mann zur Seite hat oder eine Frau. Hab Mut dich dem Leben zu stellen und dich zu beweisen. Dies fördert Selbstbewusstsein und stärke. Lehne etwas nicht gleich ab wenn du es nicht kennst sondern versuche es und erweitere dadurch dein Wissen und deine Erfahrung. So wird man Erfolgreich.

Er nahm meinen Rat an, Entschuldigte sich bei mir, bei meinen Vorgesetzten und auch bei dem Kasernenleiter. Die Stimmung im Trupp ging dadurch schlagartig nach oben. Desweiteren wurde er dann mein zweiter fester Freund dies sogar der Trupp und unsere Vorgesetzten feierten.
Und zu Hause? Ja zu Hause änderte sich der Blickwinkel als ich den Befahl bekam mich zum Auslandseinsatz fertig zu machen. Für mich ging es nach Afghanistan hier war es bekannt das es des Öfteren zu Schusswechseln kam worauf es auch Kriegseinsatz genannt wurde. Meine Eltern wurde es durch die Kaserne auch mitgeteilt. Da merkten sie das ich der einzige Sohn bin den sie haben. Sie riefen mich an und Entschuldigten sich für all das was bei meinem Coming-Out zu Hause passierte, sie bedauerten ihre Aussagen und ihr Schweigen und sie wünschten mir viel Glück bei dem Einsatz und das ich wieder wohlbehalten zurück komme.

Dies war mein Coming-Out von den Anfängen durch meine Schwester bis hin zu dem Wendepunkt meiner Eltern nach dem Einsatzbefehl. Ein langer Prozess der bis zu 5 Jahren in Anspruch nahm trotz meiner ehrlichen Worte das ich so ziemlich jeden es gleich gesagt habe das ich schwul bin, sofern ich danach gefragt wurde.

Lebt euer Leben. Ihr lebt nicht das Leben eurer Eltern, eurer Familie oder eurer Freunde in der Sexualität und Liebe. Es gibt Familientraditionen ja die ich auch habe, jedoch zählt da die Liebe nicht dazu.

Mit meinem zweiten Freund gibt es auch eine Geschichte die aber nicht hier her gehört. Wenn Ihr es wissen wollt so fragt mich einfach. Ich beise nicht ;-)