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Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

Schwulen-Schocker auf DVD 
iboys.at
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Raus aus den Toiletten, rein in die Straßen! Freiheit für die Schwulen! Erstmals ist eine HD-restaurierte 16:9-Fassung von Praunheims zeitlosem Klassiker zu sehen.
Daniel (Bernd Feuerhelm), ein junger Mann aus der Provinz, kommt nach Berlin und trifft dort zufällig Clemens (Beryt Bohlen). Beide erleben die große Liebe. Sie ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Doch nach vier Monaten endet das junge Glück. Daniel hat inzwischen einen älteren, reichen Mann kennengelernt und zieht mit ihm in dessen Villa zusammen. Als sein neuer Partner ihn jedoch beträgt, löst sich Daniel von der Beziehung und taucht in die Schwulenszene der Großstadt ein.

Unmittelbar nachdem 1969 der kontroverse §175 im deutschen Strafgesetzbuch erstmals reformiert wurde, begann Rosa von Praunheim mit der Inszenierung seines filmischen Manifests für die neu erstarkte Homosexuellenbewegung. Als die ARD den "Schwulen-Schocker" trotz heftiger politischer Gegenwehr 1973 zur Hauptsendezeit ausstrahlte, klinkte sich der konservative Bayrische Rundfunk umgehend aus dem laufenden Programm aus es würden Szenen gezeigt, die die Grenze des Erträglichen überschreiten. Selbst im schwulen Lager löste der Film verwirrte und empörte Reaktionen aus, sorgte jedoch im gleichen Maße auch für Solidaritätsbekundungen und aufklärerischen Aktionismus, dessen Anliegen noch bis heute fortlebt.
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