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Beautiful Thing

 
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Jamie und Ste erleben in Londoner Wohnsilo, was verliebt sein bedeutet.© Edition Salzgeber
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Thamesmead, ist nicht unbedingt das, was man eine "gute Wohngegend" nennt. In einem Haus wohnen drei Familien Tür an Tür: der 16jährige Jamie mit seiner Mutter Sandra, Leah mit ihrer Mutter Rose und der arbeitslose Ronnie mit seinen Söhnen Trevor und Ste.
Thamesmead, eine Satellitenstadt vor den Toren Londons, ist nicht unbedingt das, was man eine "gute Wohngegend" nennt. In einem Haus wohnen drei Familien Tür an Tür: der 16jährige Jamie mit seiner Mutter Sandra, Leah mit ihrer Mutter Rose und der arbeitslose Ronnie mit seinen Söhnen Trevor und Ste.

Doch das eigentliche Leben scheint sich auf einem Laubengang abzuspielen, der vor den Wohnungen verläuft. Um sich in eine familiäre Privatsphäre zurückzuziehen, sind die Wohnungen zu klein bzw. die Wände zu dünn. Ob man will oder nicht, man weiß stets, was beim Nachbar gerade los ist. Und los ist da eigentlich immer etwas. Ob Leah, die von der Schule geflogen ist, mal wieder ihre geliebten Mama-Cass-CD in voller Lautstärke hört oder Ste von seinem Vater verprügelt wird - das Treiben der Nachbarn ist selten dazu angetan, Jamies Stimmung zu heben. Dabei könnte er etwas Aufmunterung dringend gebrauchen.

Als unsportlicher, eher introvertierter Typ wird er in der Schule gehänselt, und seine Mutter Sandra, Barfrau, Mitte 30, überaus vital mit Hang zum Sarkasmus, ist nicht unbedingt der Mensch, dem Jamie sich mit seinen Sorgen anvertrauen möchte. Und ihr neuer Geliebter Tony, ein lockerer Spät-Hippie, ist auch nicht gerade sein Typ. Eigentlich hätte Jamie gern mehr Kontakt zu dem gleichaltrigen Ste, aber der Fußball-Crack scheint nicht sonderlich interessiert an ihm zu sein. Doch dann bringt Sandra eines Abends Ste mit in die Wohnung, da der sich aus Angst vor seinem Vater wieder einmal nicht nach Haus traut. Und da die Wohnung nicht die größte ist, übernachtet Ste bei Jamie.

So entwickelt sich etwas, das es im europäischen Kino bisher selten gab: eine homosexuelle Romanze zwischen zwei Teenagern.Mehr noch als durch sein Thema unterscheidet sich "Beautiful Thing" durch Machart und Atmosphäre von allen gängigen Mustern des "Schwulen-Films". Was schon damit beginnt, daß die Geschichte nicht in irgendwelchen urbanen Künstler- oder sonstigen Kreisen, sondern im Arbeitermilieu angesiedelt ist.

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Hintergrund:
Wie Christopher Ashleys Film "Jeffrey" (fd 31 933) entstand "Beautiful Thing" nach einem erfolgreichen Bühnenstück. Der Autor der Stücks, Jonathan Harvey (geb. 1968), schrieb auch das Drehbuch, und Regisseurin Hettie MacDonald, die das Stück zuvor für die Bühne inszeniert hatte, gibt hier ihr Filmdebüt. Zusammen mit einer glänzenden Darstellerriege ist den beiden ein sympathischer kleiner Film gelungen, der sich souverän zwischen anrührender Romanze und beschwingter Komödie bewegt.

Beautiful Thing Trailer

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  • Beautiful Thing ist einfach begeisternd, und zwar aus dem einen Grund, dass er überhaupt nicht auf Effektehascherei oder auf die Bedienung irgendwelcher Vorurteile ausgelegt ist. Die Geschichte von Jamie und Ste vom ersten zarten Anbandeln bis hin zur wunderschönen Schlussszene ist einfach herzerwärmend, auch wenn vielleicht das "Durchschnittspublikum" zumindest am Anfang vielleicht noch Probleme mit einer schwulen Liebe hat. Doch die Geschichte ist einfach so herzerwärmend schön, dass man einfach mitfühlen muss, sobald man sich darauf eingelassen hat.
    Dieser Film ist nebenbei auch noch sehr schön dazu geeignet, um Eltern schwuler Kinder eine neue Sicht der Dinge zu geben, frei von sämtlichen Vorurteilen und Verteufelungen.
    Also bleibt für mich nur ein Urteil: 1A-Kino mit 1A-Darstellern und mit einer Geschichte, die wirklich das ist, was man sich darunter vorstellt: "An urban fairy tale".