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Die Hütte am See

Ab 21.09.2018 auf DVD

iBoys Magazin ©Salzgeber
Leevi hat Finnland eigentlich hinter sich gelassen. Er studiert Literaturwissenschaft in Paris und lebt seine Homosexualität. Mit all dem kann sein Vater indes nichts anfangen. Trotzdem reist Leevi zurück, um dem alten Herrn beim Herrichten des Ferienhauses zu helfen. Dort arbeitet auch der syrische Geflüchtete Tareq mit. Als der Hausherr abreist, entwickelt sich inmitten der finnischen Natur eine zarte Intimität zwischen den jungen Männern.
Eigentlich genießt Leevi (Janne Puustinen) ja sein Studentenleben in Paris, wo er die große Literatur dieser Welt studiert. Zumindest für einen Sommer erklärt er sich aber bereit dazu, in seine Heimat Finnland zurückzukehren, um mit seinem Vater Jouko (Mika Melender) das Familiensommerhaus zu renovieren. Denn das soll verkauft werden, um so Geld für dessen kriselndes Unternehmen zu haben. Glücklich ist Leevi darüber nicht, so wie das Verhältnis der beiden ohnehin nicht besonders ist seit dem Tod der Mutter. Als der syrische Flüchtling Tareq (Boodi Kabbani) hinzustößt, um bei der Renovierung zu helfen, verkompliziert das die Situation noch weiter, denn die beiden Männer finden schnell Gefallen aneinander.


Eigentlich verbinden wir Skandinavien mit Werten wie Weltoffenheit und Toleranz. Umso verstörender ist es, wenn Die Hütte am See gleich doppelt mit diesem positiven Bild aufräumt. Leevi kann seine Homosexualität nicht offen ausleben und flüchtet daher ins Ausland, um sich dort entfalten zu können. Durch den syrischen Einwanderer Tareq kommt zudem das Thema Flüchtlinge mit hinein. Und auch da offenbart sich später, dass das mit der Gastfreundlichkeit nicht so weit her ist. Als billige Arbeitskräfte sind sie willkommen, das war es dann aber auch schon.


Gefühlsausbruch in der Provinz
Ein wenig erinnert das an God’s Own Country, das letztes Jahr auf mehreren Festivals lief und von der Kritik gefeiert wurde. In beiden Fällen geht es um zwei junge Männer, einen Einheimischen und einen Einwanderer, die bei der Arbeit in der Abgeschiedenheit der Provinz ihre Gefühle füreinander entdecken. Mit dem Unterschied, dass Leevi anders als sein englischer Kollege ein kultivierter Feingeist ist. Und auch Tareq ist eigentlich ein Mann des Geistes, nicht der Tat. Einer der gern liest, studiert hat und nur aus finanziellem Zwang die Arbeit ausführt.
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