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Acid

Ab 8.August 2019 im Kino

iBoys Magazin "Acid" ist ein düsteres Porträt junger Menschen, die in fast ausweglosen politischen Verhältnissen aufwachsen©Edition Salzgeber
Eine Clique junger Twentysomethings aus Moskau, die sich ziel- und perspektivlos die Zeit mit Techno-Partys, Sex und Drogen vertreibt, wird nicht einmal durch den Selbstmord eines Freundes aus ihrer Lethargie gerissen. Das ratlose Porträt einer verlorenen Generation entwirft das gallig-provokante Panorama einer post-sozialistischen Gesellschaft, in der Empathie und ein Gespür für das Soziale abhandengekommen sind.

Zum Entkalken sind ein paar Tropfen Säure gar nicht schlecht. Kein Wunder also, dass sie in Alexander Gorchilins Film "Acid" eine zentrale Rolle einnimmt: Das Russland, an dem sich der 27-jährige Regisseur hier abarbeitet, ist völlig verkalkt.

Ganz folgerichtig hat die Säure ihren ersten großen Auftritt dann auch in einem Becken, in das ein Künstler Lenin-Büsten tunkt - die löchrig gewordenen, irgendwie geschmolzen wirkenden Figuren sind zwar nicht gerade ansehnlich, aber sie verkaufen sich gut. Wenige Stunden zuvor, während einer Party, hatte er bereits getönt: "Sei interessant!" und "Zuerst wirst du ein Provokateur. Dann ein reicher, berühmter Künstler." Lebensweisheiten, die den jungen Leuten im Film von vermeintlich progressiver Seite entgegenschnellen.


Die andere Seite versteht sich besser aufs Schelten, auf Vorwürfe und das Mischen von Tinkturen, in die man seinen Penis halten kann, um eine Heilung, etwa nach einer Beschneidung, zu beschleunigen. Es sind die Großeltern und Eltern, die so agieren. Auch sie kann man irgendwie nicht recht ernst nehmen.

Was wäre also ein einigermaßen sinnvoller Weg, auf dem sich in diesem Russland der späten Zehnerjahre gehen ließe? Die Antwort bleibt "Acid" schuldig. Und gerade in dieser Lücke, nein, aus dieser Lücke heraus erzählt der Film. Eingespannt zwischen Dummköpfen, die schlechte Kunst propagieren und ihren Größenwahn mit Orgien zelebrieren, sowie den Alten, denen nichts Besseres einfällt, als ihre nicht spurenden Söhne und Töchter mit ein paar saftigen Watschen zurück auf Kurs zu bringen, ist - nicht viel.

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