Gay Geschichten & Coming Out Stories

Unsere schwulen Geschichten & Coming-Out Stories soll Personen - vor allem Jugendlichen, die vor ihrem Coming-Out stehen, zeigen, dass sie nicht alleine sind und ihnen somit Mut machen, sich zu outen und ihre Sexualität in Zukunft offen ausleben zu können.

Zwei junge Gedanken

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Meine Güte, wie lange dauert das denn?! Klar, ist ein heißer Tag. Chris fragt, ob wir alle unsere Karten dabei haben. So ein Depp, natürlich haben wir die dabei. Wie kommt er dazu, uns danach zu fragen? Naja, egal. Die beiden fangen wieder an, von ihren neusten Videospielen und ihren Computern zu reden. Normalerweise bin ich bei sowas immer dabei. Jetzt habe ich aber keine Lust.

Plötzlich bleiben meine Augen an einer Stelle stehen. Sie verharren einen Moment regungslos, bis mir bewusst wird was ich sehe und ich meinen Blick sofort wieder zurück auf die Schlange vor uns lenke. Ich werde von der Seite angetippt. Chris und Sebbi schauen mich irritiert an. Was ist denn jetzt los? Haben sie bemerkt, dass ich auf den Arsch von diesem Typ da gestarrt habe? Mein Gott, was sag ich denn jetzt? Sebbi fragt was ich dazu meine. Die Anspannung löst sich augenblicklich. Ich gebe Standartantworten und hoffe, dass sie sich wieder nach vorne drehen. Die Schlange rückt weiter. Glück gehabt. Wenn sie das gesehen hätten, nicht aus zu denken. Ich verstehe es ja selbst nicht.

Ich schlendere relaxed mit einer Portion Pommes in der Hand zu meinem Platz zurück. Das ist der beste Platz im ganzen Freibad. Dieser Platz ist innerhalb eines großen Winkels nicht sichtbar, jedoch ist es möglich, von diesem Platz aus den interessantesten Ort hier zu sichten. Die Spielwiese. Auf der Spielwiese kann man Tischtennis, Volleyball und Fußball spielen. Außerdem gibt es einen Korb und noch jede Menge Platz zum chillen, um sich vom Sport zu erholen. Ich hasse Sport, aber die Jungs die Sport machen, finde ich umso geiler. Nicht alle. Aber von 100 Jungs im Alter von 14 bis 25 sind etwa fünf wirklich interessant für mich. Und von diesen fünf braucht es sieben, um sagen zu können, dass 1/7 der interessanten Jungs für meine Bedürfnisse geeignet ist. Also ist einer von 140 Jungs hier auf der Spielwiese, die an einem guten Tag von gut 70-80 männlichen Besuchern im Alter von 14-25 betreten wird, wirklich für meine Zwecke geeignet. Ich weiß, dass ich geduldig bin. Vielleicht ist heute ein guter Tag. Die Pommes schmecken ausgezeichnet.

Gott sei Dank sind wir endlich drin. Lange hätte ich das nicht mehr ausgehalten. Ich merke, dass ich leicht gestresst bin. Ich muss so schnell wie möglich ins Wasser. Wo laufen die denn jetzt hin? Das Wasser ist auf der anderen Seite. Hallo? Jungs? Sie wollen zur Spielwiese, ich glaub ich spinn. Die Spielwiese ist der dümmste Platz im ganzen Freibad. Da wimmelt es vor Asis und lauter Halbstarken. Da wimmelt es vor Jungs. Alles klar, ich bin einverstanden. Das Wasser kann warten. Moment, was mach ich da? Wer hat das gerade entschieden? Ich sicher nicht. Das war meine scheußliche Geilheit. Ich werd noch wahnsinnig, warum passiert das ausgerechnet mir? Ich würde mich nie freiwillig zu diesen Idioten legen. Aber wenigstens gibt es dann was zu gucken. Wenn mich einer anmacht, dann hoff ich, dass Sebbi und Chris etwas Tolles einfällt. Ich bin schon viel nervöser geworden, meine Güte, was stresst mich nur so? Die Angst vor den Lans und den Türken oder diese viele nackte Haut? Ich tippe auf beides. Wieso bin ich eigentlich mitgegangen? Ich hasse das Freibad. Aber die Typen sind echt der Hammer hier. Ich hoffe, ich überstehe den Tag ohne größere Zwischenfälle. Warum stört das die anderen beiden nicht? Gut, sie sind beide groß und kräftig aber gegen die Überzahl von diesen Aufmuckern haben die auch keine Chance. Bloß niemanden anstarren, einfach weiterlaufen. Ich gehe automatisch zu einer der größten unbedeckten Fläche am Rand. Zum Glück machen die anderen keine Anstalten zu widersprechen. Mich stören die Blicke in meinem Nacken.

Das ist ja mal interessant! Ohne zu überlegen, stehe ich auf und gehe zügig zur dritten Bank, auf der rechten Seite vom Eingang des Badebereiches und setze mich links von einem etwas älteren Herrn mit grausig vielen Haaren auf der Brust. Zum Glück war überhaupt noch etwas Platz frei. Denn von dieser Bank aus hat man den perfekten Überblick über die ersten beiden Eingänge, sowie drei der vier Becken, ohne irgendwie auffällig zu wirken. Noch nicht. Und schon kommen sie wie gedacht an den Eingang Eins. Ich wette mit mir selbst, dass sich nur die beiden Rechten kurz unter die kalte Dusche stellen, die zum abwaschen von Sand und Schweiß am Eingangsbereich zum Badebereich gedacht ist. Die Wette scheint verloren, denn auch der Linke – das Hauptobjekt – scheint sich darunter stellen zu wollen. Nein, er bricht ab und geht mit den anderen mit - ausgezeichnet. Sie machen keine Anstalten am ersten Becken vorbei zu laufen. Das ist gut, das ist sehr gut. So kann ich es mir hier erst einmal gemütlich machen und die drei genauer analysieren.

Ich hätte mich auch unter das kalte Wasser stellen sollen, dann würde mir dieses Wasser jetzt wärmer vorkommen. Ich habe irgendwie überhaupt keine Lust mehr auf Freibad. Jetzt kommt der schlimmste Teil. Wenn das Wasser die Eier erreicht. Scheiße, ist das kalt. Außerdem stinkt es. Die anderen fangen sofort an sich gegenseitig zu tunken und ich wittere Gefahr. Ich sehne mich nach meinem PC zuhause und hoffe den anderen die Laune verderben zu können, damit wir eher wieder gehen. Ich bleibe demonstrativ auf der Stelle stehen. Das Wasser ist jetzt angenehmer, ich habe aber immer noch keine Lust mich darin zu wälzen. Sie kümmern sich nicht um mich. Auch gut. Automatisch schweift mein Blick ausschauhaltend umher. Hier und da ganz nette Bodies. Ich versuche gleichzeitig keine sexuellen Gedanken zu haben. Klappt auch ganz gut soweit.

Ach du scheiße, was ist denn das? Meine Fresse, der sieht ja mal geil aus. Dieser Körper, diese Haare, diese Augen. Sie schauen mich an. Oh mein Gott, ich schau weg. Im Augenwinkel sehe ich wie er auch wieder woanders hinschaut. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wie er da sitzt und wie er einfach nur ist. Man, ich bin noch nicht so weit. Ich kann das noch nicht. Ich kann doch jetzt nicht einfach Gefühle entwickeln. Ich dreh noch durch. Das geht zu weit. Ich will nach Hause. Ich lasse die Jungs wissen, dass ich wieder rausgehen möchte. Sie schauen erst mich, dann sich an und kommen dann auf mich zugesprungen. Das war so klar.

"Lasst mich in Ruhe, ihr Idioten."

Ich versuche zu flüchten, bin darin aber nicht sehr erfolgreich und werde sofort unter Wasser gedrückt. Eine Sekunde, ich versuche mich aufzurichten. Zwei Sekunden, ich versuche mich aus ihren Griffen zu winden. Drei Sekunden, ich fange an mich hysterisch zu drehen und zu wenden. Endlich lassen sie los.

Meine Erwartungen haben sich bewahrheitet. Genau wie ich vermutet habe, ist der Eine schüchtern und zurückhaltend. Und ihn beschäftigt etwas. Er ist nicht bei der Sache. Das ist gut. Er ist nicht konzentriert. Und dieser Blick eben lässt noch mehr vermuten. Ich entscheide, an ihm dranzubleiben und beobachte weiter. Völlig unerwartet. Er geht wieder raus. Was hat das zu bedeuten? Die anderen bleiben zurück. Das ist ja optimal. Heute ist das Glück mir wahrlich hold. Ich stehe langsam und ungezwungen auf und gehe zum Eingang Zwei aus dem Badebereich hinaus. Wenn er wieder zurück zu seinem Platz will, kommt er ca. eine Minuten früher an seinem an als ich bei meinem, vorausgesetzt ich halte diese Geschwindigkeit. Ich entscheide mich für 30 Sekunden und gehe etwas schneller. Für den Fall, dass er zuerst woanders hingeht, kann ich schon mal Phase zwei einleiten. Das wird ein Kinderspiel.

Ich bin genervt, unzufrieden und völlig neben mir. Trotzdem halte ich es für anständig, auf die anderen zu warten. Ich bin gut erzogen. Ich schnappe mir meine Sachen und lege mich an den Beckenrand zu den anderen. Ich bin erfreut von dieser Idee und der Gang wird leichter. Jetzt muss ich nur noch alleine an den Typen vorbei kommen und ich kann dann erst mal entspannen. Mir fällt auf, dass ich viel weniger nervös bin als vorhin und ich bin mir sogar schon fast sicher, dass ich nicht aufgehalten werde. Verdammt! Irgendetwas Hartes hat mich am Kopf getroffen. Was ist los? Was passiert? Ich drehe mich instinktiv in die Richtung aus der das Geflogene kam. Ein etwas größerer, aber weitaus kräftigerer Türke kommt auf mich zu. Er fordert mich auf, ihm den Ball zuzuwerfen. Ball? Wo? Ich schaue mich um. Ich sehe denn Ball zwei Meter vor mir im Gras liegen. Der Typ steht nur knapp davor. Ich verstehe nicht, was er von mir will und schaue ihn irritiert an.

Gib ihm einfach den Ball, entschuldige dich und mach dich vom Acker. So ein Idiot. Weiß er nicht wer das ist? Scheiße, jetzt wird's kritisch. Er sieht sauer aus. Und er sieht ängstlich aus. Aber andererseits ist das eine geniale Möglichkeit das Ganze etwas zu beschleunigen. Ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden, renne ich auf die beiden zu. Der Typ kommt meinem Objekt gefährlich näher. Ich beeile mich. Noch ist nichts zu spät. Drei Meter vor den beiden werde ich extrem langsamer und fang an, mein Objekt anzuschreien.

Ich will nach Sebbi und Chris schreien, nehme mich aber zurück. Gleich tut mir was weh. Er sieht so bedrohlich aus. Ich erwarte einen Schlag oder einen Tritt. Aber nichts passiert. Scheiße, jetzt kommt noch einer. Ich will fliehen, einfach rennen. Aber ich kann nicht. Der zweite kommt näher und ich erkenne ihn wieder. Der Typ, der auf der Bank saß. Der, den ich eigentlich nie wieder sehen wollte. Ich bin froh ihn zu sehen. Vielleicht will er mir helfen. Der Türke funkelt mich an und baut sich auf. Der Typ schreit ihn an. Nein, er schreit mich an. Was hat der denn? Was? Er hat mich gefunden? Wo ich mich versteckt hätte? Was hat das zu bedeuten?

Ich weiß, dass dieser Trick sehr gut funktioniert in so einer Situation. Außerdem kann ich mich später als Held präsentieren lassen, wenn ich dieses schüchterne Jungchen vor ganz dollen Schmerzen gerettet hab. Mein Plan ist unfehlbar. Ich bin unfehlbar. Ich muss mich konzentrieren, authentisch wirken. Der Trick ist simpel. Ich spiele dem Typ vor, dass ich Jungchen schon die ganze Zeit suche, weil ich ihn noch verdreschen will. Er ist so überrascht, dass er gar nicht merkt, dass ich mein Objekt von ihm weg bringe, er ist zu beschäftigt darüber nachzudenken, was das Ganze zu bedeuten hat. Und falls er es überhaupt schafft das zu erkennen, sind wir bis dahin über alle Berge und die nächste Phase kann eingeleitet werden. Ich bin ganz aufgeregt, ich bin sicher dass mein Plan funktioniert. Das tun sie immer.

Der Typ packt meinen Kopf unter seinen Arm und zerrt mich Richtung Kiosk. Nebenbei gibt er mir immer wieder einen Tritt, der aber überhaupt nicht weh tut. Ich bin zu verwirrt um Zusammenhänge exakt zuordnen zu können. Ich lasse geschehen und hoffe, dass mich Sebbi und Chris finden bevor ich tot bin. Was hat der Typ nur gegen mich. Was habe ich ihm getan? Vielleicht hält er mich für eine Schwuchtel weil ich ihn so komisch angestarrt habe. Wir gehen am Kiosk vorbei. Sein Griff wird lockerer, aber immer noch keine Chance zu fliehen. Die Leute starren uns an als wären wir zwei Außerirdische. Er zerrt mich zu den Umkleidekabinen und geht mit mir unterm Arm bis ganz nach hinten. Keiner ist gerade in unmittelbarer Nähe, der mir helfen könnte. Er lässt meinen Kopf los und schiebt mich in eine Kabine. Er kommt nach und verschließt die Türe. Ich schaue ihn mit erwartungsvollen und ängstlichen Augen an.

"Hier bist du in Sicherheit. Du musst aufpassen mit wem du dich anlegst. Das könnte leicht gefährlich werden. Der Türke vorhin war Aziz und geistig etwas verwirrt. Er hält so Jungs wie dich für Spielzeug. Er ist verrückt. Aber er wird nicht auf den Gedanken kommen, dich hier zu suchen. Wahrscheinlich hat er dich sogar schon vergessen. Ich bin Damian, war mir ein Vergnügen dich zu retten."

Mein Monolog ist perfekt. Er ist sprachlos. Sehr gut. Ich komme ihm ganz nah vors Gesicht und blicke ihm tief in die Augen. Er hat braune. Ich drehe mich schnell um und verlasse die Kabine. Jetzt muss ich so schnell wie möglich an seinen Platz zurück.

Das ist zu viel für mich. Ich kann meine Tränen nicht zurückhalten. Ich kann nicht fassen was gerade passiert ist. Das ist wie im Film. Warum hat er mir geholfen? Er hat mich so tief angeschaut. Will er was von mir? Aber warum ist er dann abgehauen? Die Fragen in meinem Kopf lassen mich weiter weinen. Ganz still und leise, damit es keiner hört. Ich kann nur noch an seine Erscheinung denken. Wie ein rettender Engel, genau so hübsch und so verlockend. Ich bin schwul. Eindeutig. Jetzt gibt es kein Entkommen mehr. Ich bin verknallt. Ich heule wie ein Wasserfall. Ich will so viel auf einmal. Ich will zu ihm, ich will schreien, ich will ihn berühren, ich will sterben. Damian hat mir den Gnadenstoß versetzt. Ich verharre genau in dieser erbärmlichen Position und heule immer weiter. Rotz läuft mir aus der Nase, mein Körper zittert, ich bekomme keine Luft. Wann ist das endlich vorbei? Ich will schlafen.

Es hat funktioniert. Ich habe es in seinen Augen gesehen. Er ist Wachs in meinen Händen. Ich fühle mich so unglaublich mächtig. Ich bin Gott. Ich wette wieder mit mir selbst, dass ich ihn noch heute Abend auf meine Art verführen werde. Ich kann es kaum erwarten ihn stöhnen zu hören. Ich halte Ausschau nach Aziz und sehe ihn auch sofort bei seinen Kollegen sitzen und rauchen. Keine Gefahr. Schnell bin ich an seinem Platz angekommen.

Es liegen drei Handtücher, zwei Rucksäcke, verschiedene Klamotten und Schuhe auf dem Platz. Ich entscheide mich für das blaue Handtuch, für eines der drei T-Shirts und für die braunen Sandalen. Außerdem nehme ich den bunten Rucksack mit, den er vorhin noch getragen hat. Ich bin mir sicher, dass das seine Sachen sind. Und schon bin ich wieder auf dem Weg zum Ausgang. Ich schaue mir das kleine Namenschild an, das am Reisverschluss hängt und erfahre, dass mein Objekt dieses Mal Elicio heißt. Gar kein schlechter Name. Ich öffne den Rucksack und finde eine frische Boxershort. Schade eigentlich. Auch wenn sie wirklich hässlich ist. Ich lege einen Zettel mit einer kleinen Nachricht in den Rucksack und verschließe ihn wieder. Jetzt zur Kasse gehen und die Sachen abgeben. Ich empfehle der Frau freundlich, dass sie Elicio ausrufen soll, damit er seine Sachen abholen kann. Sie scheint überhaupt nichts dagegen zu haben und macht sich ans Mikrofon. Ich bin schon auf dem Weg zu meinem Fahrrad als ihre Stimme niederhallt. Ohne Umwege fahre ich zur alten Mühle.

Ich denke an Sebbi und an Chris. Wenn sie mich jetzt so sehen würden. Ach du Scheiße, meine Sachen! Ich muss meine Sachen holen. Aber was ist mit dem Türken? Was ist, wenn er noch da ist? Ich beschließe, so lange zu warten bis mich entweder jemand holt, oder bis alle nach Hause gegangen sind. Ich weine nicht mehr. Stattdessen starre ich mit leerem Blick gegen die Kabinenwand. In meinem Kopf ist Leere. Eine Mischung aus Verzweiflung, Selbsthass, Kontrollverlust, Überwältigung und Sehnsucht. Haben die gerade Elicio gesagt? Ich höre genauer hin. Sie widerholen, dass Elicio seine Sachen an der Kasse abholen kann. Ein Lichtblick am Horizont. Das muss Damian gewesen sein. Ich bin wieder sprachlos. Der Typ ist unglaublich. Ein Schimmer Hoffnung durchdringt mich. Ich richte mich auf und schaue in den Spiegel. Ich sehe beschissener aus, als ich vermutet habe. Ich wische mir Rotz und Tränen aus dem Gesicht und blinzle ein paar Mal kräftig. Mehr kann ich jetzt nicht tun. Ich nehme einen großen Atemzug und betätige den Griff der Kabinentüre.

Bis zur Mühle ist es nicht weit. Dafür kann man da aber wunderbar ungestört sein wenn man das will. Ich habe die Mühle schon immer gekannt, aber jetzt ist sie seit kurzem unbewohnt. Noch 700 Meter und ich dürfte sie sehen können. In Gedanken gehe ich noch mal kurz alles durch. Wenn er kommt, spiele ich ihm vor, dass ich mich in ihn verliebt habe und ich alles für ihn tun würde. Ich werde meinen Charme und meine Eleganz einsetzen um ihn ohne große Umwege direkt aufs Bett zu befördern. Und das mit völliger Hingabe und Leidenschaft. Er wird nichts anderes wollen als sich von mir ficken zu lassen. In diesem Bereich bin ich Profi. Ich kann das. Ich muss nur darauf achten, dass ich nicht zu viel von mir erzähle, damit er am nächsten Tag keine Idee hat wo er mich finden könnte. Das gehört irgendwie mit zu den Spielregeln. Kein Objekt zweimal. Ich steige durch ein kaputtes Fenster und entriegle von innen die Türe. Alles ist so wie ich es heute Morgen vorbereitet habe. Die Matratze liegt bereit, alles ist sauber und aufgeräumt, die Gleitcreme in der Schublade und die Taschentücher auf dem Tisch. Es kann nichts schiefgehen. Heute werde ich mir wieder einmal beweisen, dass ich tun und lassen kann was ich möchte und wie ich es möchte. Ich setze mich auf den Stuhl und lege meine Beine auf den Tisch. Genüsslich nippe ich am Rotwein. Heute Abend ist Damian‘s Abend.

Tatsächlich, alle meine Sachen sind dabei. Woher wusste er nur, welche meine waren? Is ja auch egal. Ich öffne den Reisverschluss um nachzuschauen ob meine Boxer auch da ist. Das ist sie. Und was ist das? Ein kleiner Zettel. Ich lese.

"Wenn du willst, dass der Alptraum endet, komm zur Mühle 1200 Meter südöstlich von hier."

Ich bin wieder sprachlos. Woher weiß er, dass es mir so scheiße geht? Hat er mich beobachtet? Dann hätte er aber keine Zeit gehabt, meine Sachen zu holen. Wie auch immer, er will, dass ich zu ihm komme. Vielleicht will er wirklich was von mir. Ein Kribbeln macht sich in meiner Bauchgegend breit. Mein Herz schlägt schneller und stärker. Wieder rasen mir Gedanken durch den Kopf. Liebt er mich? Ich bin bereit, mein altes Leben aufzugeben. Ich bin bereit mein Schwulsein zu akzeptieren. Ich will zu ihm, Damian. Mein Retter … mein Held … mein Geliebter. Ich werde alles für dich tun, ich werde alles für dich sein. Mir ist alles egal, ich will nur noch in deine Arme. Ich steige auf mein Fahrrad und fahre gespannt und voller Sehnsucht in südöstliche Richtung.

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