First Real Love

schwule Geschichte

28. August, der erste Schultag des 11.Jahrgangs des Mommsen-Gymnasiums. Liam und Matt haben beide den Deutsch Leistungskurs gewählt. Liam ist schwul und auch bereits geoutet, von Matt weiß es noch keiner an der Schule. Er ist der Schwarm der Mädchen aus den jüngeren Jahrgängen, so wie auch von Liams Schwester. Die erste Kursstunde, Liam und Matt sitzen sich gegenüber und ihre Blicke kreuzen sich. Matt schaut nach unten auf sein noch leeres Blatt Papier und Liam spürt, dass da mehr zu sein scheint. Ihn durchfährt ein leichtes Kribbeln in der Magengegend. Er will das nicht glauben, und trifft die Entscheidung, der Sache auf den Grund zu gehen.
I

Montag morgen, 5:50 Uhr, das Piepen des Funkweckers schwillt langsam eindringlicher werdend an. Liam möchte es noch nicht wahrhaben, und dreht sich erst einmal noch in seinem Bett um.
Kurz darauf sucht seine Hand tastend nach dem Wecker und schaltet ihn letztlich stumm. Nur schwer wollen sich die Augenlider öffnen, aber langsam geben sie den Blick auf den Morgen frei. Es ist schon nicht einfach nach 6 Wochen Ferien wieder früh am Morgen aufstehen zu müssen.

Langsam rollt sich Liam aus dem Bett, und bewegt sich mehr schleichend nach drüben ins Bad. Die kalte Dusche lässt ihn erwachen und somit geht dann auch schon das Zähneputzen zügiger von der Hand. Noch einmal ein Blick in den Spiegel, T-shirt überziehen und schon kann es auch erst einmal nach unten zum Frühstück gehen.
Liams Mum hat schon Kaffee gekocht und es riecht nach frisch gebackenen Brötchen.
Cookie, der kleine Familienhund, läuft freudig schwanzwedelnd auf Liam zu und begrüßt ihn mit seiner feuchten Nase. Liam beugt sich nach unten und krault Cookie mit beiden Händen hinter den Ohren. „Na du kleiner Racker, dir macht das frühe Aufstehen ja scheinbar gar nichts aus", sagt Liam zu Cookie und gibt ihm noch einen kleinen Kuss auf die pelzige Stirn.

„Jetzt aber erst Mund waschen, bevor ich einen Bussi bekomme", ist eine Stimme vom Küchentisch zu vernehmen. Lynn, Liams zwei Jahre jüngere Schwester, ist auch schon wach, und hebt gerade ihre Tasse mit dampfenden Kakao zum Mund.

„Wieso sollte ich dich denn küssen wollen, kleines Schwesterchen", lacht Liam und wischt sich mit dem Arm über den Mund, und küsst Lynn einfach auf die Wange.
Liam setzt sich an den Tisch, nippt vorsichtig an der Tasse heißem Kaffee, die ihm seine Mum gerade hingestellt hat und nimmt sich ein Brötchen. Die Kruste knackt frisch als er hineinbeißt, und noch kauend fragt er Lynn: „Müsst ihr auch 8:00 Uhr da sein? Wollen wir zusammen fahren?" „Du lernst es auch nie Brüderchen, mit vollem Mund spricht man nicht", erwidert Lynn lachend und fährt dann fort: „Ja, auch 8:00 Uhr, aber ich habe mich schon mit Emily verabredet. Wir wollen früher da sein, und schauen, wer so neues an die Schule kommt." Sie lächelt verschmitzt und Liam bemerkt, dass ihre Augen ein wenig leuchten. „So wie du schaust, hast du dir aber jemand ganz bestimmten ausgesucht.", sagt Liam und gönnt sich noch einen Schluck aus der Kaffeetasse. „ Na du kennst doch den hübschen Typen, der Anfang der Ferien mit seinem Vater 5 Häuser die Straße runter eingezogen ist. Und Emily hat rausgefunden, dass er zu uns aufs Gym gehen soll". Breit grinsend schaut Lynn ihren Bruder an. „Aha. Nur er scheint älter als du zu sein, also in deine Klasse wird er wohl nicht gehen, denke ich. Aber recht hast du schon, hübsch ist der wirklich." erwidert Liam lächelnd. „Hast du also auch schon geschaut, mein süßer Gaybrother", lacht Lynn, „hoffentlich ist der Matt nicht auch schwul."

Liam selbst ist schwul, und seit er 14 Jahre alt ist, geht er auch offen damit um. Als sich in ihm das Wissen verstärkte, sich mehr dem männlichen Geschlecht hingezogen zu fühlen, hat er mit seinem Dad gesprochen, der immer mehr ein guter Kumpel war als Vater. Er hat ihn dann auch darin bestärkt, offen damit umzugehen, da es ja keine schlimme Krankheit ist, sondern eine normale Sache.
Anfangs war es nicht immer ganz leicht für Liam, da es genügend Freunde und Bekannte gab, die damit nicht umgehen konnten oder wollten, aber jetzt weiß es jeder in seiner Umgebung und auch auf dem Gymnasium gibt es keine Probleme mehr damit. Im letzten Schuljahr hat man ihn auch zum Schulsprecher gewählt, da man ihn als offenen und hilfsbereiten Menschen schätzen gelernt hat und sich gezeigt hat, das sexuelle Orientierung niemanden besser oder schlechter macht.

Liam beginnt zu grinsen. „Matt heißt er also, das habt ihr auch schon herausgefunden." „Naja," erwidert Lynn und beißt auch noch einmal ins Brötchen, „eigentlich heißt er Matthias, er möchte aber Matt gerufen werden. Du kennst doch die Neugier von Emily" Liam nickt und steht vom Tisch auf. Er zwinkert Lynn an und sagt: „voller Mund." Lynn schlägt sich die Hände vors Gesicht und lacht auch.
„Dann mache ich mich jetzt fertig und gehe dann noch mal mit Cookie raus, dann kannst du auch früher los, Schwesterherz." Cookie springt auf, als er seinen Namen hört, und läuft Liam hinterher. Lynn ruft Liam noch zu:"Dankeschön mein Lieblingsbrüderchen" , trinkt ihren Kakao aus, steht auf und gibt Mum einen Kuss auf die Wange. „Bis heute Nachmittag Mum, ich bin dann mal los."
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