Gay Geschichten & Coming Out Stories

Unsere schwulen Geschichten & Coming-Out Stories soll Personen - vor allem Jugendlichen, die vor ihrem Coming-Out stehen, zeigen, dass sie nicht alleine sind und ihnen somit Mut machen, sich zu outen und ihre Sexualität in Zukunft offen ausleben zu können.

Das Geständnis

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Ich sitze meinem Vater gegenüber. Das heißt, wir sitzen meinem Vater gegenüber! Ich wage es nicht, in sein Gesicht zu sehen. Ich kann nicht und ja, ich habe Angst! Richtige Angst! Mein Magen verkrampft sich. Mir ist schlecht! Ich glaube, ich muss kotzen. Er sagt nichts! Er sitzt nur da am Küchentisch, seine Hände gefaltet, die Unterarme auf der Tischplatte liegend, und schaut mich an – und sagt nichts. Wo hab ich uns da hineingeritten! Ich Vollidiot! Wie konnte es dazu kommen?

Mein Dad und ich wurden von meiner Mutter wegen eines Anderen verlassen. Damals war ich dreizehn und am Beginn meiner „Mannwerdung“. Er stand es tapfer durch! Seit diesen drei Jahren sind wir zusammengewachsen, haben uns immer und uneingeschränkt vertraut und er war immer für mich da. Verständnisvoll, einfühlsam, manchmal schimpfend aber nie böse oder ungerecht! Eigentlich total untypisch! Aber es hat einfach alles zusammengepasst. Er hat sich für uns wirklich den Arsch aufgerissen (´tschuldigung für die Ausdrucksweise, aber stimmt wirklich). Tagsüber in der Arbeit, abends war er für mich da, nachts Haushalt. Die Wochenenden hatte er immer für mich freigehalten! Eine neue Freundin? Fehlanzeige! Nein, er hatte für „so was“ keine Zeit, sagte er immer. Ich wurde von ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen getragen. Wir waren ein perfektes Vorzeige-Vater-Sohn-Gespann.

Das änderte sich, als ich vor circa drei Wochen Sebastian kennenlernte. Er kam neu in unsere Schule und wir verstanden uns von Anfang an prächtig. Ich merkte bald, dass ich mehr als nur Freundschaft für ihn empfand. Nach dem Sport, unter der Dusche, schickten wir uns verstohlene Blicke zu, grinsten uns an und ich bekam jedes Mal Herzrasen. Na ja, was das zu bedeuten hatte, hatte ich schnell begriffen. Ich bin ja nicht hinterm Mond aufgewachsen.

Sebastian kam meistens mit zu mir, wir aßen gemeinsam und erledigten so schnell wie möglich unsere Hausaufgaben. Den Rest des Tages alberten wir herum, spielten auf der Konsole oder sahen uns DVDs an. Eines Nachmittages alberten wir auf meinem Bett herum und er kitzelte mich so richtig durch. Ich lag auf dem Rücken, er saß auf meinen Oberschenkeln. Wir lachten und er schob, während er die nächste Attacke startete, mein T-Shirt nach oben und kitzelte auf meiner nackten Haut weiter. Ich merkte, dass meine Hose zu eng wurde. Scheiße, ich bekam eine Latte! Plötzlich änderte er seine Taktik und ging mit einem Grinsen vom Kitzeln in ein sanftes Streicheln über. Oh mein Gott! Für einen Moment setzte mein Verstand aus und ich war unfähig, irgendetwas zu sagen oder zu tun. Nach der etwas längeren Schrecksekunde schnappte ich mir sein Shirt und zog es ihm aus! Er grinste immer noch, mir war es allerdings vergangen. Langsam senkte er seinen Kopf zu mir und gab mir ein ganz zärtliches Küsschen auf meine Lippen. Ich begann vor Erregung zu zittern, während er mich weiter liebevoll berührte. Endlich war ich wieder einigermaßen Herr meiner Sinne und konnte meine Hände nicht mehr von ihm lassen. Leise und zärtlich flüsterte er mir ins Ohr.

„Soll ich aufhören oder willst du mehr? Es liegt an dir!“

Er setzte sich wieder auf, ich legte sofort meine rechte Hand an seien Nacken und zog langsam seinen Kopf wieder zu mir herunter. Ich schloss die Augen und fing an, seine Lippen zu küssen, dann öffnete ich langsam meinen Mund und ließ ganz vorsichtig meine Zunge zu seiner gleiten. Diesen Kuss werde ich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen!

„Christopher?“

„Sebastian?“

„Ich hab mich in dich verliebt.“

„Hihi, ganz was Neues. Ich mich in dich schon lange!“

Ich grinste ihn an und streichelte seine Wange.

„Christopher, ist es zu früh, wenn ich mehr möchte?“

Wieder grinste ich ihn an

„Nein, Sebastian, ist es nicht! Ich will dich! Jetzt! Hier! Heute! Sofort!“

In Weltrekordzeit waren wir Hüllenlos! Meine Güte, war ich auf den Kerl geil!

Meine Güte, er war nicht nur wahnsinnig süß, sondern auch noch total sexy! Seine Brust- und Bauchmuskeln waren genau nach meinem Geschmack, nicht zu viel und nicht zu wenig, von der Brust bis zum Bauchnabel war mit einem weichen, blonden Flaumteppich belegt und die wenigen, total süßen Härchen unter dem Bauchnabel brachten mich beinahe zum durchdrehen!

Sein wunderschöner Körper legte sich auf meinen, wir rieben unsere Unterkörper zärtlich aneinander, wobei wir uns immer und immer wieder küssten.

Es hatte nicht lange gedauert, bis wir beide das wohlige Durchströmen in unseren Körpern spürten.

„Oh Mann, das war so wunderschön. Danke!“

Ich war etwas verblüfft.

„Wieso danke?“

Ich lächelte ihn aufmunternd an.

„Weil du mir das Schönste auf Erden geschenkt hast – Deine Liebe!“

Oh ja, das hatte ich wirklich!

„Dann sollte ich wohl auch danke sagen?“

Jetzt sah er mich fragend an.

„Du hast mir doch deine Liebe auch geschenkt, oder?“

Er schloss die Augen und vergrub sein Gesicht an meinem Hals.

„Mh hm.“

Er sagte dass so selig!

„Duuu?“

„Hmh?“

„Ich hab schon wieder Bock auf dich.“

Dabei grinst er mich liebevoll und lüstern an.

„Sollten wir nicht vorher duschen? Ich meine... wir sind da unten noch voller – na du weißt schon!“

„Stört es dich? Ekelt dir davor? Also ich find‘s geil!“

Hihi, das wollte er so nicht sagen, denn sein Gesicht konnte einer roten Ampel Konkurrenz machen!

„Wenn ich es mir recht überlege – nein! Vor mir selbst ekelt mir nicht und vor dir schon erst recht nicht!“

Er stand auf, drehte sich um und ich erlebte das erste Mal die berühmte 69er Stellung, mit all unserem Mannessaft!

Wow, war das…

Auch jetzt ließ der Urknall der Männlichkeit nicht lange auf sich warten und wir kamen wieder gleichzeitig. Danach lagen wir noch lange, so wie wir waren, eng umschlungen auf meinem Bett und liebkosten und küssten uns immer wieder!

Es wurde Zeit! Rasch duschen und anziehen! Keine Minute zu früh, denn kaum waren wir wieder gesellschaftsfähig, hörte ich auch schon meinen Dad nach Hause kommen!

„Uff, das war knapp!“

Die nächsten Tage hatten immer das gleiche Schema.

Irgendwann fragte ich Sebastian, ob seine Eltern Bescheid wussten! Er wurde ganz traurig und sagte, dass er es ihnen nicht sagen konnte. Sie hätten für „so was“ kein Verständnis.

Ich jedoch hatte meinem Vater gegenüber ein total schlechtes Gewissen! Wir hatten uns immer alles gesagt. Warum dann nicht auch das?

Sebastian hatte Angst, mein Vater würde gleich zu seinen Eltern rennen. Ich war mir aber sicher, dass er das nicht täte.

„Willst du dabei sein oder ist es dir lieber, wenn ich allein mit ihm rede?“

Seine Coolness und Selbstsicherheit war verschwunden.

„Ich habe Angst, Christopher! Ich habe echt eine scheiß Angst!“

„Ach was, ich konnte immer über alles mit ihm reden. Er versteht das.“

„Na gut, wann?“

„Heute!“

„WAS!?“

Mit großen, weit aufgerissenen Augen – die schönsten übrigens weltweit – sah er mich an!

„Wir machen das! Außerdem: Dir würde er sowieso nichts tun.“

Ich lächelte ihn an.

Da hörte ich auch schon den Schlüssel meines Vaters in der Wohnungstür.

Er war noch nicht einmal richtig in der Wohnung, als wir auf ihn zu gingen.

„Dad, wir müssen reden!“

„O oh, das klingt nicht gut! Ist was passiert?“

„Nein, ja, nein. Nicht auf dem Flur! Setzen wir uns in die Küche“

Meine Hände waren schweißnass und Sebastians waren eiskalt.

Ich bekam Fracksausen.

Wir setzten uns und er sah mich fragend an.

„Na gut, was ist?“

Ich nahm all meinen Mut zusammen, nahm Sebastians Hand und legte sie auf den Küchentisch.

„Dad, ich muss dir leider mitteilen, dass ich schwul bin und dass Sebastian nicht EIN Freund, sondern MEIN Freund ist.“

Wom – die Bombe war geplatzt.

Ich sah meinem Vater ins Gesicht, es war ausdruckslos! Ich wurde noch nervöser. War es falsch? Zuerst sah ich Sebastian an, der sich in seiner Haut gar nicht wohlfühlte, dann sah ich wieder meinen Vater an, der mich immer noch ausdruckslos anstarrte und dann senkte ich meinen Blick auf unsere verschlungenen Hände. Es folgte eine gespenstische Stille. Ich hörte das Ticken der Küchenuhr.

Ich wage es nicht, in sein Gesicht zu sehen. Ich kann nicht und ja, ich habe Angst! Richtige Angst! Mein Magen verkrampft sich. Mir ist schlecht! Ich glaube, ich muss kotzen. Er sagt nichts! Er sitzt nur da am Küchentisch, seine Hände gefaltet, die Unterarme auf der Tischplatte liegend, und schaut mich an – und sagt nichts. Wo hab ich uns da hineingeritten! Ich Vollidiot! Wie konnte es dazu kommen?

Plötzlich, aus dem nichts kommt eine Frage, ruhig, zu ruhig für mein Gefühl.

„Seit wann?“

Ich schau ihn völlig irritiert an.

„Seit wann weißt du, dass du auf Jungs stehst?“

Ich zittere, warte auf den Vulkanausbruch meines Vaters.

„Seit circa drei Wochen“.

Mehr konnte ich nicht sagen, Tränen laufen über mein Gesicht. Unsere Hände pressen sich noch mehr zusammen.

„Ich bin enttäuscht, Christopher, verletzt und traurig.“

Scheiße, was hab ich nur angesellt!

Ich will etwas sagen, doch er zeigt mir, dass ich ruhig sein soll.

„Christopher, ich habe immer versucht, dir ein guter Vater zu sein, wir haben uns gegenseitig vertraut, du konntest immer zu mir kommen, ich habe für dich auf vieles verzichtet und ich habe es gern getan. Du hast mir immer alles anvertraut. Deine Ängste, deine Sorgen, deine ersten Schamhaare, deinen ersten feuchten Traum!“

Wieder verstummt er, immer noch sieht er mir fest in die Augen und ich heule los wie ein kleines Kind.

„Christopher! Ich bin traurig, weil du mir nicht vertrauen wolltest“

Ich hab mich jetzt gerade verhört, oder? Was war das?

Mit offenem Mund starre ich meinen Vater an!

„Es ist mir scheißegal, ob du einen Jungen oder ein Mädchen liebst, ich hätte es nur lieber gleich und mit Freude von dir erfahren, das ist alles! Versprich mir, weiterhin keine Heimlichkeiten, es hat sich zwischen uns nichts verändert.“

Hör ich grade Engel singen? Ich steh völlig auf der Leitung! Meine Knie sind wie Wackelpudding.

Mein Dad grinst mich an, steht auf, geht auf mich zu, zieht mich hoch und umarmt mich!

„Ich freu mich so für dich!“

Ich kann es nicht fassen!

Als er mich loslässt, schau ich Sebastian an, der immer noch wie ein begossener Pudel da steht und die Welt nicht mehr kapiert!

Mein Dad geht auf ihn zu und nimmt ihn in seine Arme.

„Herzlich willkommen in unserer Familie! Und wehe, du machst ihn unglücklich!“

Mit seinem wohlbekannten Lächeln zwinkert er Sebastian zu.

„So Jungs, jetzt küsst euch endlich und dann wascht euch eure Gesichter, ihr steht gotterbärmlich aus. Also los.“

Ich schnapp mit Sebastians Hand und zerr ihn hinter mir ins Bad.

„Und um sieben will ich mit euch essen gehen, das gehört gefeiert!“

Da bleibt Sebastian wie angewurzelt stehen.

„Aber, das geht doch nicht, wenn uns jemand sieht? Meine Eltern wissen von nichts und werden es wohl so schnell nicht erfahren!“

Mein Vater strahlt ihn an.

„Ach komm schon, ich wird doch mit meinen Jungs essen gehen dürfen. Hier drinnen seid ihr ein verliebtes Pärchen, wie ihr euch draußen verhaltet, ist eure Sache! Also, es bleibt dabei, um sieben geht’s los!“

„Und noch was, gratuliere euch zu eurem Geschmack!“

Er lacht lauthals los und verschwindet im Wohnzimmer.

Überglücklich ziehe ich meinen Liebling an mich heran und zelebriere mit ihm einen traumhaft schönen und langen Zungenkuss.

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