Gay Geschichten & Coming Out Stories

Unsere schwulen Geschichten & Coming-Out Stories soll Personen - vor allem Jugendlichen, die vor ihrem Coming-Out stehen, zeigen, dass sie nicht alleine sind und ihnen somit Mut machen, sich zu outen und ihre Sexualität in Zukunft offen ausleben zu können.

A Little Big City

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Schon von weitem sah ich die Fassade des mir nur allzu bekannten Gebäudes in dem ich schon so viel Zeit verbracht hatte und freute mich endlich wieder dort zu sein. Seit 5 Wochen war ich jetzt nicht mehr da gewesen, und im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich es wirklich vermisst.

Martin, 16j
Schon von weitem sah ich die Fassade des mir nur allzu bekannten Gebäudes in dem ich schon so viel Zeit verbracht hatte und freute mich endlich wieder dort zu sein. Seit 5 Wochen war ich jetzt nicht mehr da gewesen, und im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich es wirklich vermisst. Obwohl... es sah nicht gerade einladend aus: ein hässlicher gelber Verputz der langsam abbröckelte und auch sonst nicht grade im Top-Zustand... aber trotzdem: ich war immer froh wenn die Ferien endlich vorbei waren. Die verbrachte ich meist eh nur damit irgendwie die Zeit bis Schulbeginn beim Fernsehen oder Lesen totzukriegen, oder vielleicht auch mal einem weitem Spaziergang in der Nacht... Da wars immer so schön still und man begegnete niemandem. Jedenfalls war das so seit Simon, mein bester Freund, weggezogen war. Freunde, mit denen man was machen konnte, hatte ich dadurch gar keine mehr. Und was sollte man in diesem Kaff auch groß machen? Etwa 170 Einwohner, ein Gasthof und ein kleiner Dorfladen (der übrigens meinem Dad gehört), mehr gab's dort eh nicht.

Na ja, darum muss ich mir jetzt eh keine Gedanken mehr machen, denn die Ferien sind endlich vorbei und dadurch hab ich wenigstens was zu tun. Ihr ahnt es wohl schon: in der Schule war ich ein ziemlicher Streber, was mich auch nicht gerade beliebt machte... wenigstens ließen sie mich aber anders als früher meistens in Ruhe. Trotzdem war's nicht schön deswegen so alleine zu sein, aber ich wollte einfach nicht ewig in diesem Kaff stecken bleiben und - wie mein Vater es wünschte - den Dorfladen übernehmen.
Ich wohne übrigens im Moment allein mit meinem Vater. Meine Mutter ist für ein Jahr nach Amerika, müsste aber ungefähr in einem Monat wieder zurück kommen. Bin froh das sie bald wieder da ist, sie ist nämlich das genaue Gegenteil von meinem Vater. Der würde sich doch um nichts in der Welt aus seinem Dorf weglocken lassen. »Lässt mich hier einfach allein die Arbeit machen und reist in der Weltgeschichte herum. Irgendwann wird die schon noch merken wie viel schöner und ruhiger es hier doch ist.« hatte er damals gesagt als sie gerade gegangen war. Mit ruhig hatte er ja auch recht, aber was bitte soll an Ruhe schön sein? Hin und wieder mal ist es ja ganz schön, mir wäre aber ein Leben in der Großstadt in der jeden Abend was los ist viel lieber. Hier komm ich doch noch um vor Langeweile!

Gerade als ich bei der Schule ankam läutete die Glocke und ich musste mich beeilen um in die Klasse zu kommen. Und wieder einmal war ich der einzige der vorne Platz nahm. Die Faulsten, und damit war die hinterste Reihe gemeint, schickte dafür am Stundenbeginn Herr Roth, unser Klassenlehrer, zur Strafe nach vorne.

Gerade als er endlich mit dem Unterricht beginnen wollte klopfte es an der Türe und ohne eine Antwort abzuwarten platzte der Direktor unserer Schule herein »Entschuldigung.« Sagte er und blickte zuerst uns dann Roth an. »Herr Roth, wir haben einen neuen Schüler. Es tut mir leid dass ich ihnen das erst jetzt mitteile, aber ich bin erst heute aus den Ferien zurückgekommen.« und dann wandte er sich wieder an uns: »Nun Kinder...« begann er und ging einen Schritt beiseite und lies einen blonden, eher klein geratenen Jungen herein. »Das ist Ron, seine Familie ist eben erst hierher gezogen und er wird ab jetzt in eure Klasse gehen... So, jetzt hab ich noch zu tun.« und zum Glück war er mit einem kurzen Nicken zu Roth auch gleich wieder verschwunden, er war mir noch nie sympathisch gewesen, vor allem seit ich mal bei ihm Unterricht gehabt hatte. Sein Sohn war damals in der gleichen Klasse... ich denke ihr könnt euch vorstellen wer immer der Beste in der Klasse war obwohl er eigentlich nie recht mitgemacht hat und wer nie schuld war wenn was passierte...

»Wie heißt du nochmals?« fragte Herr Roth den Jungen »Ron.« »und woher kommst du?« - »Vor einer Woche habe ich mit meinen Eltern noch in Zürich gewohnt.« - »Aha, setz dich bitte auf den freien Platz neben Martin hin.« Musste das sein? Musste Roth unbedingt auf den leeren Platz neben mir zeigen? Ich war immer froh gewesen das ich den Platz für mich alleine hatte, dann konnte ich mein Zeug auf der ganzen Fläche des Pults ausbreiten.. der Gedanke es jetzt zu teilen war mir gar nicht recht. Aber was konnte ich schon dagegen machen?... Genau! Nichts!

Ron
Genauso hatte ich mir das vorgestellt, ein ruhiges, abgelegenes Dorf, wo alles immer gleich bleibt und nicht ständig was los ist wie in Zürich. Und genau wie ich es mir vorgestellt hatte: Mir gefiel das ganze genauso wenig wie die blöden Dorftrottel die mich hier von allen Seiten angrinsten. Wenigstens einer grinste nicht, dafür schaute er mich erst gar nicht an. Erst als er von hinten mit einem Papierflieger getroffen wurde hob er seinen Kopf und ich konnte sein Gesicht sehen. »Süss...« fuhr mir beim ersten Blick durch den Kopf... Da sah ich den Lehrer aus den Augenwinkeln auf mich zukommen und nahm mich schnell zusammen, man konnte nie wissen was die einem alles aus den Augen ablesen können.

»Ich habe dir noch die Schulbücher die du heute brauchen wirst rausgesucht, das Mathe-Buch ist zwar eine ältere Ausgabe, aber ich denke für heute wird es wohl reichen.« »Danke Herr... Roth.« antwortete ich ein bisschen abwesend. Meine Gedanken waren halt woanders. » Kaum angekommen hängst du schon wieder den Jungs nach.« sagte ich leise zu mir selber. »Was hast du gesagt?« fragte der Junge neben mir. »äh... Nichts, gar nichts. Übrigens hi, ich bin der Ron.« Ich hoffte er würde nicht bemerken wie rot ich sicher geworden war. »Martin.« antwortete er ein bisschen mürrisch. Schien nicht gerade bester Laune zu sein...
»Wenn ihr mit Schwatzen fertig seid, könnten wir dann anfangen?« fragte der Lehrer genervt und alle waren plötzlich still, was er wohl als ja nahm. Anscheinend war es besser sich nicht mit ihm anzulegen so wie es aussah. »Also gut, wir fangen heut ein neues Thema an: Prozentrechnen.«

Zum Glück musste ich während der Stunde nicht gut aufpassen, das Thema hatte ich an der alten Schule schon gehabt. Neugierig beobachtete ich die Klasse und leider bestätigte sich mein erster Eindruck. Sorry, wenn ich jetzt jemanden beleidige, aber das waren waschechte Dorftrottel. Nur Martin schien mir einen anderen Eindruck zu machen...

Aber jetzt will ich mich erst mal vorstellen: Ich bin der Ron, 17 Jahre alt und wie ihrs sicher schon bemerkt habt: ich bin schwul! Geoutet habe ich mich noch nicht groß (Ausnahme Eltern), und ich habe das eigentlich auch erst vor wenn ich einen Freund habe, aber wie bitte soll ich in so einem kleinem Kaff was finden wenn ich schon in Zürich niemanden gefunden hatte? Wahrscheinlich gar nicht.
Sobald wie möglich werde ich hier wieder abhauen, meinem Vater mag es hier vielleicht gefallen, aber mir nicht. Und meine Mutter schien mir auch nicht gerade froh darüber gewesen zu sein von Zürich wegzuziehen.

In diesem Moment klingelte die Glocke und alle rannten raus. Ich wollte ebenfalls gehen, aber an der Tür sah ich das Martin zurückblieb. »Gehst du nicht in die Pause?« fragte ich »Nein.« bekam ich als Antwort und dem Unterton nach hatte sich seine Laune nicht gebessert. »Hab ich dir irgendetwas getan? Könntest ruhig ein wenig freundlicher sein.« probierte ich's mal auf direkte Art. Er schwieg und ich hatte jetzt echt keine Lust mehr und wollte gehen. »Sorry, hast recht.« hielt er mich zurück. Es klang ziemlich nach Überwindung.

»Na endlich redest du mit mir und ich hab's schon aufgegeben. Warst hier der einzige der keiner von diesen Dorftrotteln zu sein scheint.« er schaute mich musternd an. »Hat's dir die Sprache verschlagen?« grinste ich ihn an. Er sagte immer noch nichts, dann musste ich mich halt um den Gesprächsstoff kümmern. »Scheinst hier wohl nicht so beliebt zu sein?« »Nein, hab eigentlich keine Freunde hier.« Antwortete er knapp. »Trifft sich gut, ich nämlich auch noch nicht. Kommst du heut mal zu mir?« sagte ich lächelnd und streckte ihm meine Hand entgegen.

Martin
»Okay, warum auch nicht?« antwortete ich nach einer Weile und drückte seine Hand.
»Und? Wie ist es so in Zürich? Sicher nicht so verschlafen wie hier, oder?« fragte ich als wir draußen waren. »Nee, auf keinen Fall.« Und das war's auch sicher nicht. »Hier versauert man wirklich noch... ich werd jedenfalls sobald die Schule fertig ist von hier abhauen.« Er blieb plötzlich stehen. »Ist etwas?« Hatte ich was falsch gemacht? »Nur so ne Überlegung.« Sagte er und als er es mir nicht sagen wollte gingen wir halt weiter bis er nach einer Weile wieder stehen blieb. »Hey Martin, hättest du vielleicht Lust übers Wochenende mit mir nach Zürich zu kommen? Meine Mum und mein Vater müssen noch ein paar Sachen dort erledigen und ich geh auch mit. Wir bleiben bis Montag.« - »Na ja... weiss nicht... Mein Vater würde eh nein sagen.« Antwortete ich unsicher, war ein wenig plötzlich das Ganze... aber irgendwie wars schon verlockend. Vielleicht würde ich dann auch Simon wiedersehen der vorher mein bester Freund war aber nach Zürich gezogen ist. »Ach komm schon... Am Montag und am Dienstag ist doch schulfrei, oder? Da sind doch die Lehrer an einer Weiterbildung?« »Ja, sind sie. Trotzdem: das nächste mal vielleicht, mein Dad wird wahrscheinlich sowieso nein sagen.« nicht nur wahrscheinlich, sondern sicher... fügte ich gedanklich hinzu. »Schade... nächste Woche gehen wir wieder, kannst ja dann mitkommen.« Er wirkte seltsam stark enttäuscht. »Vielleicht..« gab ich vor mich hinmurmelnd Antwort. Kommst ein wenig mit zu mir?» Das klang schon besser. «Okay, um 9:00 müsst ich dann aber.» «Ist in Ordnung, was haben wir in der nächsten Stunde eigentlich? Deutsch, oder?» Ich glaube den Rest des Unterricht überspringen wir jetzt, ich glaube kaum dass es euch interessiert wie Herr Roth über die neue Rechtschreibung wetterte.
So, dann nehmen wir die Geschichte also beim letztem Läuten der Glocke wieder auf. Ich packte schnell mein Zeugs zusammen und ging mit Ron raus. Einer aus unserer Klasse rief noch «Viel Spass ihr Streber!» hinterher, Ron hatte sich inzwischen auch schon unbeliebt gemacht... hätte nie gedacht dass da jemand meinen Geschwindigkeitsrekord darin brechen würde.

«Wo wohnst du denn?» fragte ich ihn nach ner Weile «Wir sind am Dorfplatz, gleich über dem Dorfladen eingezogen.» Antwortete Ron «Das ist aber ein Zufall! Meinem Dad gehört der Laden, und wir wohnen auch dort. Ihr seid also direkt über unserer Wohnung eingezogen, wir wohnen im ersten.» - «Na dann kannste ja jederzeit mal vorbeikommen.» - «Werd ich auch machen.» Ron war der erste Junge seit Simon der mir wirklich sympathisch erschien, ganz anders als die andern hier im Dorf.

«Ach du bist es.» hörte ich eine Stimme als wir im Treppenhaus ankamen, die Stimme schien aus dem 2.Stock zu kommen. «Na dann komm mal rein, haben uns ja schon ewig nicht mehr gesehen.» - «Dad! Warte auf uns!» rief Ron in den 2.Stock hoch. Als wir oben ankamen begrüßte uns der Vater von Ron «Hallo Ron, wie war der erste Schultag?» «Langweilig.» Antwortete Ron knapp. «Na ja, kann ich gut verstehen, ist halt anders hier...» grinste sein Vater ihn an. «Wen hast du denn da mitgebracht? Hast dich etwa schon mit jemandem angefreundet?» - «Hab ich. Dad, das ist Martin. Martin, das ist mein Dad, aber du darfst ihn auch Tom nennen.» Er wandte sich wieder an seinen Dad und wollte etwas sagen, wurde aber sofort von einer mir nur zu gut bekannten Stimme unterbrochen. «Martin? Bist du das?» und damit kam dann auch mein Dad hinter dem Türrahmen hervor. Tom und mein Dad schienen also alte Freunde zu sein, das konnte sich nur gut für mich erweisen. «Hi Dad, du darf ich...» - «Na so ein Zufall! Das sich grade mein Sohn und deiner miteinander anfreunden...» unterbrach mich Tom. «Schon ein komischer Zufall, ihr beiden müsst nämlich wissen dass wir in eurem Alter die besten Freunde waren. Na ja, halt bis ich dann nach Zürich umziehen musste, bin echt froh endlich wieder hier zu sein.. Kommt rein.» Daraufhin gingen mein Dad und Tom rein «Komm, ich zeige dir mein Zimmer.» sagte Ron und zog mich ebenfalls in die Wohnung rein.

Ron
Ich zog an Martins Arm und führte ihn zu meinem Zimmer. «Das ist also mein neues Reich.» Nach einer Weile sagte Martin fast ein wenig enttäuscht: «Hätte ich jetzt aber anders erwartet.» «Hmm... wohl alles ein bisschen moderner, was? Sorry, das war vormöbliert so wie der Rest der Wohnung. Mom und Dad werden alles auch so lassen wie es ist, aber ich mein Zimmer nicht. Am Wochenende holen wir noch meine Möbel aus der alten Wohnung und dann kommt der Rest hier zum Sperrmüll.» - «Aha, bin mal gespannt wie es dann aussieht. Ich geh mal schnell meinen Dad fragen ob ich am Wochenende doch mit euch mit darf, wo er deinen Dad doch kennt wird ers schon erlauben »

Martin
Und ich hatte Recht, er willigte ein. Wahrscheinlich war er ganz froh mich mal ein Wochenende los zu haben, auf jeden Fall wirkte es so. Aber war mir egal warum er mich gehen lies, meinen Dad mochte ich eh nicht so gut leiden. Meine Mutter hatte sich mit ihm schon zum zweitem Mal vergriffen... Mann... ich würde froh sein wenn sie wieder da wär.
«Er hat's mir erlaubt. Ich soll einfach spätestens am Montag Abend zurückkommen.» sagte ich als ich in Rons Zimmer zurückkam. «Super! Ich kann dir dann ein bisschen die Stadt zeigen wenn du willst und unsere Wohnung dort ist wirklich super! Versteh gar nicht warum mein Dad weg wollte, und ich glaube meiner Mutter geht's genauso.» «Natürlich würd ich gern die Stadt sehen, wenn ich schon mal aus diesem Nest hier rauskomme darf ich mir so etwas nicht entgehen lassen.»

Ron
Ich mochte Martin von Minute zu Minute immer mehr, und langsam begann ich da ein Kribbeln zu spüren. Ich glaube ich habe mich ein wenig in ihn verguckt... Vergiss es! dachte ich im gleichen Moment. Die Chance ist doch maximal 1:10 dass er auch schwul ist und selbst wenn er's wäre, woher sollte ich wissen dass es ihm gleich ging? Aber ich konnte nichts mehr dran ändern... Gefühle waren niemals wirklich kontrollierbar. «Was ist los? Was denkst du gerade?» holte mich Martin aus den Gedanken zurück. «Nichts.» sagte ich ausweichend, was Martin zum Glück zufrieden stellte. «Hey, du hast doch nen PC, hast du da auch Games drauf?» - «Willst du mal?» «Klaro.» Ich schaltete denn PC ein und bald waren wir beide im Spiel versunken.
Kurze Zeit später, so kam es mir jedenfalls vor, kamen mein Dad und der von Martin in mein Zimmer «So, 2 Stunden an dem Ding reichen jetzt aber. Und Martin sollte jetzt eh nach Hause.» - «Okay, lasst ihn nur noch schnell den Level fertig spielen.» gab ich zurück.
Kurze Zeit später, diesmal war's wirklich so, gingen Martin und sein Dad und ich legte mich dann gleich ins Bett. Die ganze Zeit bis ich einschlief schwirrte mir dann nur noch ein Gedanke durch den Kopf...

Martin
Mann, das war toll! Endlich schien ich hier wieder einen Freund gefunden zu haben, und es war keiner dieser anderen Strohköpfe aus der Schule. Ich wünschte mir es wäre schon Freitag nach der Schule, dann würde ich endlich mal hier rauskommen. Ein Wochenende in Zürich war schon was ganz besonderes für mich, ich glaube dass kann sich keiner vorstellen der nicht auch 17 Jahre nur in irgendeinem Kaff auf dem Land gewohnt hat. «Endlich hast du auch mal einen Freund gefunden, dann wirst du mir wohl auch nicht mehr so oft hier zuhause rumhocken und mir auf den Wecker gehen. So, und jetzt Abmarsch ins Bett.» sagte mein Vater doch das musste er mir gar nicht mehr sagen, denn ich war hundemüde. Ich zog mich aus und legte mich nackt ins Bett, seit meine Schwester nicht mehr hier wohnte, das tat sie schon 5 Jahre nicht mehr, i schlief ich immer so. Auch wenn das ab und zu zu ziemlichen Peinlichkeiten führte...
-
Samstag Morgens:
«Hey! Aufwachen Faulpelz!» mein Dad stand am Bett und zog mir die Decke weg. «Lass mich!» grummelte ich und schnappte mir die Decke wieder. «Na gut...» sagte er, drehte sich und ging Richtung Türe «Aber Tom und Ron werden enttäuscht sein wenn du nicht kommst.» hängte er noch an bevor er zur Türe raus war die er offen lies... Dadurch sah ich Ron und Tom vor der Türe stehen, Ron sah mich mit einem leichtem grinsen im Gesicht unverhohlen an (ich war ja nackt...), Tom sah gar nicht bis ins Zimmer...
Scheiße, dachte ich und verzog mich sofort zum Schrank wo Ron mich nicht mehr sehen konnte. Ich hatte auch ganz vergessen das schon Freitag war. Schnell schaute ich auf den Wecker... Shit! dachte ich, es war schon viertel vor zwölf, und um halb zwölf hatte ich mit ihnen abgemacht...
Schnell sprang ich aus dem Bett, raste ins Badezimmer und ging unter die Dusche. Einen Moment später aber war ich mit einem Sprung und Schrei wieder draußen. «Sorry...» mein Vater, der draußen vor der Tür stand, rief mir mit einem ironischem Unterton zu: «Hab vergessen dir zu sagen dass das heiße Wasser aufgebraucht ist, tut mir leid.»

Na ja, duschte ich halt mit eiskaltem Wasser, so wurde ich wenigstens wach. «Er sollte gleich fertig sein. Bis Montag bleibt ihr also?» hörte ich als ich aus der Dusche kam und mich bibbernd vor Kälte abtrocknete. «Ja, wir müssen am Montag noch zwei 'voraussichtlichen' Nachmietern die Wohnung zeigen.» hörte ich Toms Stimme während dem anziehen und kurz darauf war ich fertig. «Wir können los, tschüss Dad.» Sagte ich im vorbeigehen zu ihm und schon war ich draußen, er schloss die Türe ohne etwas zu erwidern.
Tom ging schon voraus um das Auto vorzufahren, «Dein Dad scheint dich nicht grade sehr zu mögen, stimmt's?» fragte Tom «Schon, aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Weißt du... er wollte - eigentlich will er immer noch - dass ich den Laden übernehme, aber ich will halt nicht, ich will wenn ich alt genug bin endlich raus aus diesem Kaff.» «Versteh ich, passt auch zu deinem Dad. Aber er ist ein ganz lieber Kerl wenn man ihn lässt.» Da fuhr auch schon unser Chauffeur vor... Tom hatte ihn gemietet weil er momentan selbst nicht fahren konnte weil sein Arm sich von ner Verstauchung erholte und auch noch geschient war. Aber wie konnten sie sich so was wie nen Chaffeur leisten und gleichzeitig in so ner sch... normalbürgerlichen Wohnung wohnen?

«Ron, was ist?» fragte ich ihn... er stand immer noch draußen während ich schon eingestiegen war. «Spring rein Ron, deine Mutter ist sicher schon mit der Arbeit fertig und wartet.» Unterbrach Tom ihn als er antworten wollte und daraufhin stieg er stumm ein.

Ron
Inzwischen war ich dabei Martin Zürich zu zeigen. Der Werbespruch «A little Big City» mit dem für den Tourismus geworben wurde, passte wirklich gut zu Zürich. So eine grosse Stadt war Zürich im Vergleich mit anderen ausserhalb der Schweiz nicht, und trotzdem fand man alles was man von ner um einiges größeren Stadt erwarten würde. Und für Gay's war auch genug los.
Wo ich gerade davon spreche: Martin wusste ja immer noch nichts, ich glaube ihr wisst schon was ich damit meine. Am liebsten hätte ich es ihm gleich gesagt, aber ich hielt es für besser damit zu warten. Nur irgendwie war es ein blödes Gefühl so ein Geheimnis vor ihm zu haben, denn in der kurzen Zeit in der ich ihn kannte war er mein bester Freund geworden denn ich noch hatte, die hier in Zürich hätten mich eh bald vergessen (echte Freunde waren das auch nicht unbedingt... wenns mir mal schlecht ging war Sense bei denen)

Na ja, aber jetzt zurück zu unserer Stadttour, gerade hatte ich ihm das Grosmünster (oder wars das Kleinmünster?) gezeigt und nun saßen wir zusammen im, nein vor dem «Grand Cafè» direkt an der Limmat wo gerade ein Schiff (eigentlich eher ein größeres Boot) der Limmat-Schifffahrtsgesellschaft durchfuhr. Eine Gruppe Japaner winkte uns zu und plötzlich fiel einer aus deren Gruppe ins Wasser. Bei dem hektischem japanisch das wir dann zu hören bekamen, konnten ich und Martin uns ein Lachen nicht verkneifen und vielen anderen ging es auch so.

Schon sah man wie sich eine Traube aus Schaulustigen gebildet hatte, der Touri versuchte immer wieder an Bord zu kommen und zerrte bei einem Versuch sogar noch jemand anderen ins Wasser. «Komm wir gehen, gibt schöneres als diese Menschenmenge da.» sage ich zu Martin, er nickt und nachdem wir bezahlt hatten gingen wir Richtung Bellevue und damit auch Richtung See. Plötzlich hörte ich eine Stimme die mir bekannt vorkam, «Hey Ron! Warte mal!» OOOH NEIN! Muss das wirklich sein? dachte ich und drehe mich um. Leider war es genauso wie ich's vermutet hatte, einer meiner besten (Schein)Freunde aus Zürich stand vor dem «Cranberry» und lief jetzt auf mich zu.
«Ich dachte du bist vorletzte Woche weggezogen? ...Hast wohl Heimweh gehabt? Und wer ist denn das da neben dir? Dein neuer?» «Kannste nicht aufpassen!?» hätte ich ihm am liebsten ins Gesicht geschrieen, aber ich versuchte zu retten was noch zu retten war.

«Ja, das ist ein neuer Freund von mir.» das ein betonte ich, vielleicht merkte es der Torfkopf dann... «Freut mich echt für dich, das endlich einen gefunden hast.» Oh mann... merkte der überhaupt nix? «Sorry, wir haben leider keine Zeit, ruf mich doch mal an, hasst ja meine Nummer.» sagte ich schnell noch um ihn abzuwimmeln und wollte schnell weitergehen. «Kannst ja mit ihm einen Trinken kommen im Cranberry, ich lad euch ein.» rief er uns nach. «Nein, hab keine Zeit jetzt.» rief ich zurück und lief, froh darüber ihn los zu sein, weg. «Okay, ich ruf dich morgen noch an.» hörte ich ihn noch von weitem rufen und als ich zurückschaute sah ich ihn zum Glück nicht mehr.
Zur Erklärung: Das Cranberry ist eine Gay-Bar und jetzt ist euch wohl klar warum ich den abwimmeln musste.

Als wir eine Weile gelaufen waren war die Anspannung zum Glück wieder weg. Nach einer Weile Schweigen sagte Ron plötzlich: «Dir ist es also peinlich bei deinen alten Freunden mit mir zusammen gesehen zu werden? Na dann geh doch zu Ihnen, ich finde den Weg zu eurer Wohnung schon alleine!» daraufhin lief er auch gleich los und ich war erst mal ein bisschen verdattert. Zum Glück fing ich mich aber auch bald wieder. Nur leider zu spät: Martin ist nicht mehr zu sehen. «Scheisse!» Er würde den Weg sicher nicht finden, in einer Grossstadt findet sich doch so ein Dörfler nicht zurecht.
Aber wo sollt ich ihn denn suchen? Er war den Seeweg runter, also musste er auch noch am See sein. Bald darauf fand ich ihn dann auch am Seeufer sitzend und setze mich neben ihn. «Hey Martin...» «Hau ab!» unterbrach er mich schroff. «Du magst mich ja gar nicht, du schämst dich sogar für mich.» - «Nein, das tue ich nicht Martin.» - «Was soll dann der Grund sein?» bei diesem Satz schaute er mich endlich an und hatte sogar Tränen im Gesicht. Es tat mir weh, aber ich konnte es ihm einfach nicht sagen, ich hatte Angst dass er mich nicht mehr mögen würde. «Martin, ich kann es dir nicht sagen, so sehr ich es auch möchte.» - «Aha, dir fällt also grade nicht die richtige Entschuldigung ein.» Ich wusste nicht mehr was ich sagen sollte, ich rang innerlich mit mir es ihm doch zu sagen, ich wollte es ja tun, aber ich hatte Angst dass... «Ach lass es!» sagte er, steht auf und will weggehen. Ich packte ihn am Arm. «Warte!» Ich nahm allen Mut zusammen und...

Martin
WAS!? Was hatte er gerade gesagt? Das Cranberry sei eine Gay-Bar? Das heißt ja er... ging es mir durch den Kopf und ich schaute ihm entsetzt in die Augen. Ich sah ihm an dass er es wohl wirklich ernst meinte doch ich konnte es nicht recht fassen und fragte schon zum zweiten Mal nach, obwohl die Antwort längst klar war. «Ja, glaub es mir doch endlich.» - «Nein, das stimmt nicht! Du kannst doch nicht... nicht...» ich stockte. «schwul sein? Doch, ich bin es.» Beendete er meinen Satz. Das konnte doch nicht sein... ich drehte mich um, ich konnte Ron einfach nicht mehr ins Gesicht schauen.
«Martin...» sagte er und legte mir seine Hand auf die Schulter. Ich riss mich los «Lass mich in Ruhe.» schrie ich ihn an und lief weg. Ich konnte einfach nicht mehr klar denken und rannte einfach drauf los, immer weiter den See runter... vorbei an Frauen mit Kinderwägen, einer Piknickwiese und Schwäne fütternden Opas, von überall wurden mir verwunderte Blicke nachgeworfen. Ich rannte immer weiter, war inzwischen sogar auf der anderen See-Seite. Doch plötzlich wurde ich unsanft gestoppt als ich in einen Mann reinlief. «Hey! Kannst du nicht aufpassen?» sagte er wütend zu mir.
-
Gerade als ich wieder aufstehen wollte packte mich jemand und half mir auf, «Hi Martin, was machst du denn hier in Zürich?» Verdutzt schaute ich die Person an, sie war etwa 35 und gross gewachsen, viel mehr konnte ich nicht erkennen weil sie den Rücken zur Sonne hatte. «Den kennst du?» fragte die Person die ich umgerannt hatte und jetzt neben uns stand. «Ja, er ist der Sohn von Julia.» Der andere überlegte kurz. «Von Julia?» Inzwischen sah ich wen ich vor mir hatte... «Ja, Julia. Sie war damals dabei als wir uns kennen gelernt hatten, weißt du es jetzt?»
Das war Daniel, er war lange der beste Freund von Julia, meiner Mutter, gewesen. Damals wohnte er noch bei uns im Dorf. «Ach ja, jetzt weiß ich wen du meinst. Und das ist also der... äh Martin, hab ich Recht?» der Mann wandte sich an mich. «Sorry dass ich sie umgerannt habe.» Entschuldigte ich mich. «Ist schon gut... und sag Marco zu mir.» antwortete er. «Was machst du denn hier? Ist deine Mutter auch da?» fragte Daniel dazwischen. «Nein, meine Mutter ist nicht da, ich bin hier mit den Eltern eines Freundes.» Wobei ich 'Freund' wohl ziemlich verächtlich ausgesprochen hatte, denn Daniel fragte gleich ob wir Streit gehabt hätten.
«Hey ihr zwei, ich geh dann mal los, muss noch was besorgen gehen. Wir sehn uns dann später.» sagte Marco noch und war auch ziemlich schnell verschwunden. «Komm wir setzen uns auf die Bank da drüben und dann kannst du mir alles erzählen.» sagte Daniel.
-
Nachdem alles aus mir herausgesprudelt war schaute mich Daniel mit einem Blick an den ich nicht zu deuten wusste. «Martin, ich weiß das du wahrscheinlich überall was anderes gehört hast. Aber seit wann glaubst du an das was die da oben in deinem Dorf erzählen? Das sind auch Menschen, ich bin sicher deine Mutter hätte auch so gedacht.» «Glaubst du das wirklich?» ich war nicht so davon überzeugt. «Ja.» eine kleine Pause folgte und dann sagte er noch: «Martin... Marco ist mein Freund.» «Wie meinst du das?» fragte ich ungläubig. «Du meinst ihr seid...?» sagte ich nach einer kleinen Pause. «Ja, wir sind schwul.» «Hat... hat meine Mom das gewusst?» - «Ja hat sie, sie hat mich sogar mit Marco zusammengebracht.» - «Und das stimmt wirklich?» wie ein naives Kind stellte ich schon wieder die gleiche Frage. «Ja, ist halt so. Bin ich deswegen jetzt ein anderer Mensch für dich?» Nein... er war ja immer noch Daniel, aber ich fühlte mich plötzlich ein wenig unbehaglich, das ganze war ein wenig schwer zu verdauen. Aber wenn meine Mutter sich nichts draus machte... «Nei... nein.» Antwortete ich schluckend. «Siehst du? Und genauso wenig ist... sag mal, ist er das dort?» Ich drehte mich um und sah dorthin wo er hinzeigte.

Ron
Ich lief weiter den Seeweg herunter doch ich konnte Martin nirgends finden. Das würde einen Krach zuhause geben wenn die erfahren dass ich ihn verloren habe... aber noch schlimmer war dass der einzige neue Freund den ich gefunden habe nun vielleicht nie mehr mit mir reden würde. Und wenn das erst dort oben im Dorf rauskommen würde... ich wollte erst gar nicht dran denken.
«Ron! Hier bin ich.» holte mich jemand aus den Gedanken zurück, hatte ich ihn doch glatt übersehen während ich meinen Gedanken nachhing... Er saß am Seeufer auf der Wiese..« Mann, bin ich froh dich wiedergefunden zu haben.» - «Ron, ich wollte nicht...» - «Ist schon gut.» Erst jetzt fiel mir der Mann neben Ron auf «Wer sind Sie denn?» - «Das ist Daniel, er ist ein guter Freund meiner Mutter...» Erklärte Martin «Und er hat meinen Freund umgerannt.» Fuhr Daniel fort. «Freund? Auf welche Art?» irgendwie ahnte ich es... bei dieser Betonung... «Auf die gleiche wie du einen haben würdest.» antwortete Daniel. «Okay, dann hast du dich also beruhigt Martin? Du musst wirklich keine Angst vor mir haben, ich werd schon nicht über dich herfallen.» «Nicht? Ich schon.» Martin grinste, stürzte sich auf mich und kitzelte mich durch. Ich war wie gelähmt, ich war völlig überrascht wie schnell Martins Stimmung gewechselt hatte... «Was ist denn? Hab ich was falsch gemacht?» Martin schaute mich fragend an als ich ihn von mir wegstiess. «Nein, bin nur ein wenig überrascht wie schnell du...» ich wandte mich, immer noch am Boden liegend, Daniel zu «Was hast du ihm erzählt?» «Ich musste nur von seiner Mutter erzählen, da wird er immer sehr hellhörig. Weißt du, er bewundert seine Mutter sehr, und wenn sie etwas Okay findet, dann tut er es sowieso.» Martin wurde rot, aber er nickte. Musste ja wirklich sehr beeindruckt von seiner Mutter sein, wenn er wegen ihr sein Denken so schnell umstellen konnte. «Wo ist denn deine Mutter? Ich möchte sie gerne kennen lernen.» fragte ich ihn darauf, ich kannte bisher ja nur seinen Vater. «Das kannst du leider erst in drei Wochen, dann kommt sie nämlich endlich wieder aus Amerika zurück.» - «Wie lange war sie denn fort?» fragte Daniel dazwischen. «Ein Jahr... Ähm Daniel... ich hätte ne bitte an dich.» Martin schien gerade ein Gedanke gekommen zu sein. «Und die wäre?» «Könntest du am Freitag Mittag in drei Wochen meine Mom am Flughafen abholen? Mein Dad 'kann' nicht.» - «Na klar! Die Chance verpass ich doch nicht, ich hab sie schon so lange nicht mehr gesehen und dich hol ich dann vorher noch schnell ab.» - «Aber bei mir, Okay Martin?» fiel ich dazwischen. «Ich kann also nochmals zu euch nach Zürich kommen?» - «Ja, wir geben die Wohnung frühestens in einem Monat weg.» - «Das ist ja toll.» Martin freute sich wie ein kleines Kind, fand ich irgendwie süß. «Danke Daniel, Danke Ron.» Verneigte er sich spaßeshalber vor uns. «Na gern geschehen.» - «Ihr seid ja doch nicht normal, ihr seid nämlich viel zu nett dafür.» Martin grinste uns zu. «Die, die denken dass Leute wie ihr nicht dazu gehört sind einfach dumm.» Ich hätte ihm jetzt ja sagen können dass er bis vor kurzem ja auch noch so einer war, aber ich ließ dass mal lieber.

Tja, nun wusste er es also. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte er es ja auch gut aufgenommen. Nur leider war er hetero. Ich schien mich auch immer in die falschen zu verlieben, immer in irgendwelche Heteros.
Aber es gab schlimmeres, also lassen wir das Thema jetzt. Ein guter Freund ist schließlich auch was wert, und ich glaube das war Martin auf jeden Fall.

Martin
Schon komisch, gleich nachdem ich von Ron erfahren habe dass er schwul ist habe ich ihn einfach nur gehasst. Warum genau kann ich mir auch nicht erklären... oder besser warum ich auf den Mist gehört hatte den man mir im Dorf dauernd eintrichterte.
«Hey ihr Zwei, wollt ihr jetzt?» hörte ich Daniel. Was meinte er? «Wie?» fragte Ron der anscheinend auch grade nicht so recht da gewesen war. «Sorry, hab dir gerade nicht zugehört. Was hast du gefragt?» - «Na ob ihr noch schnell zu uns kommt, unsere Wohnung ist nicht weit weg.» lud er uns ein. «Von mir aus Okay.» antwortete ich und Ron hatte auch nichts dagegen.
Wir liefen etwa 100 Meter und gingen dann in ein nicht gerade neu wirkendes Haus rein. Als wir aber in der Wohnung ankamen, waren wir sehr überrascht «Ich und Marco haben es renoviert bevor wir hier einzogen, vorher sah es ziemlich schäbig aus. »Hy Danny Schatz.« sagte Marco als er uns entgegenkam und gab Daniel einen leidenschaftlichen Kuss und entgegen meinen Erwartungen sah es gar nicht »gruusig« (ch für eklig) aus nur ein wenig komisch.

»Hey ihr beiden, habt ihr Durst? Wir haben aber nur Cola, Eistee oder Mineral.« Fragte Daniel doch bevor wir was sagen konnten redete Marco drein und wir kamen lange nicht mehr dazu was zu sagen, ich glaube der könnte stundenlang hintereinander reden.
-
»Du bist also Martin und du... hmm.. dich kenn ich doch gar noch nicht.« Er zeigte auf Ron und schien endlich zur Ruhe zu kommen. »Ist auch klar, der kam erst zu uns hinzu als du weg warst, er heißt Ron und ist ein Freund von Martin.« und - ich hatte mich wohl geirrt - schon plapperte Marco munter weiter. Der Typ ging mir allmählich auf die Nerven und wurde mir mehr und mehr unsympathisch, er wirkte so aufgesetzt als würde einer ohne Talent ne Theaterrolle spielen. Wir gehen mal ein bisschen fernsehen, okay?» versuchte ich uns von ihm wegzubringen. «Ja, macht nur, wir gehen inzwischen in die Küche und kochen ein bisschen was, die Fernbedienung ist in der rechten Schublade des Schränkchens.» Sagte Daniel noch und zeigte auf einen mit Perlvorhängen behangenen Durchgang... ziemlich seltsam so ein Vorhang wo alles sonst eher modern eingerichtet war...

Ich schaltete den Fernseher ein und Ron zog an der Schublade, aber sie öffnete sich nicht. Er zog ein wenig fester und... da merkte ich warum sie nicht aufging, es war die falsche. «Hey ! Er hat gesagt die rechte, das ist die Linke!» versuchte ihn abzuhalten, doch leider zu spät, denn das Schloss flog raus und die Schublade polterte auf den Boden. Zum Glück hatte es wohl niemand gehört.

Ron
Ich hob die Sachen, die überall verteilt waren auf und... erstarrte als ich die Fotos sah die da lagen. «Schnell schmiss ich alles hin. Ich packte Martin am Arm und flüsterte: »Sei still, sei einfach nur still! Wir müssen hier raus.« Er schien zwar nicht zu kapieren was los war, aber er kam hinter mir her als wir uns leise an der Wand entlang zur Haustür schlichen. Ich drückte die Klinke herunter und begann langsam die Türe zu öffnen, leider quietschte sie ziemlich laut dabei. »Hast du was gehört?« Hörte ich Daniels Stimme aus der Küche. »Nein, war wahrscheinlich nur der Fernseher in der Stube.« antwortete ihm Marco. Martin schlich sich raus, ich so schnell wie es durch den schmalen Spalt ging hinterher. Als letztes hörte ich noch Daniel: »Ich schau trotzdem mal nach wie es den beiden geht.«

»Scheiße!« fluchte ich leise. »Lass uns abhauen!« Wir rannten die Treppen hinunter und auf die Strasse hinaus. Ein paar Meter weiter hatten wir das Glück dass gerade ein Polizist dabei war sich Parksünder zu notieren. »Bitte, können sie ihre Kollegen verständigen?« sagte ich hastig zu ihm. »Weshalb denn?«
-
Ich erzählte ihm die ganze Geschichte bis zum Ende »Ihr habt also Fotos gesehen, die beweisen das die beiden Kinderschänder sind?« fragte der Polizist ungläubig. »Nur der eine war mit drauf, beim anderem wissen wir's nicht und auch nur ich habe sie gesehen.« Mir kam bei dem ganzen die Erinnerung nach dem was auf den perversen Bildern war wieder hoch und es schüttelte mich bei dem Gedanken was die beiden mit uns vorgehabt haben könnten... »Und jetzt kommen sie! Bevor die Beiden noch abhauen oder Beweismaterial vernichten.«.

Nach einigem Zögern rief der Mann Verstärkung »Sie werden gleich bei der Adresse sein die du mir genannt hast. Kommt bitte mit, ihr müsst sie identifizieren.«, genau in diesem Moment kam Daniel um die Ecke gerannt und krachte fast in uns rein. »Endlich habe ich euch gefun...« Er wurde nicht fertig mit dem Satz, denn der Polizist dachte wohl das Daniel uns angreifen wollte. Er warf ihn mit einem gekonntem Griff auf den Boden, drehte ihm die Arme auf den Rücken und legte ihm Handschellen an.
»Ich habe doch gar nichts getan.« sagte Daniel am Boden liegend. »Kann sein, was wissen sie denn über die Fotos die sie bei sich in der Wohnung haben sollen?« - »Ich wusste bis heute nichts von denen. Die Schublade hat mein Mitbewohner immer abgeschlossen gehabt.« - »Was ist denn genau passiert?« »Ich hatte gedacht etwas gehört zu haben und wollte nach Martin und seinem Freund sehen die wir zu uns eingeladen hatten und als ich ins Wohnzimmer reinschaute waren sie nicht mehr da, nur die Schublade und eben diese Fotos lagen auf dem Boden. Ich war schockiert als ich diese sah, nahm mir sofort meinen Schlüssel ging raus und schloss die Wohnung ab, Marco müsste also immer noch da sein.« - »Nun gut, sie werden das auf der Wache nochmals erzählen können, dort findet dann das eigentliche Verhör statt. Dann werden wir prüfen ob sie wirklich die Wahrheit sagen.« Er hielt Daniels Arm fest und führte ihn zurück zum Haus wo er ihn in einen Polizeiwagen setzte der dort schon wartete. Zwei Polizisten gingen gerade zur Wohnung hoch.» Wir fragten ob wir mitkommen dürften aber man sagte uns das dass zu gefährlich sei.
Lief aber alles glatt so wies aussah und die Polizisten kamen bald darauf mit Marco runter, «Arschloch! Das wirst du noch bereuen.» schrie er mir ins Gesicht und spuckte mich an. Mit meinem Taschentuch wischte ich mir das Gesicht ab.

«Ich fahr euch noch heim, Okay? Habe gleich um die Ecke meinen Privatwagen parkiert.» sagte der Polizist der Daniel überwältigt hatte. Das nahmen wir dankend an, denn heute wollten wir nur noch eins: Nach Hause.
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«Ich geh dann noch schnell ins Badezimmer um mich zu duschen, Zähne putzen und so weiter Ron.» Sagte Martin und war auch gleich im Badezimmer verschwunden. «Du legst dich aber auch gleich hin Ron, wir können Morgen noch drüber reden.» sagte mein Vater und wünschte mir noch eine gute Nacht. Ich ging auch gleich ins Bett, der Tag hatte auch mir zugesetzt.
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Mann oh Mann! Heute gerätst du auch in jeden Schlamassel rein. sagte ich leise zu mir selber. Mir reichte es wirklich, erst das mit Martin, und dann das mit Daniel und Marco, zwar war beides für mich gut ausgegangen aber für heute hatte ich echt genug. Warum war das Leben manchmal so schwierig?
Erschöpft legte ich mich ins Bett, konnte aber nicht schlafen. Irgendetwas zog sich in mir zusammen, ich dachte immer wieder an Martin und weinte sogar ein wenig. Warum nur verliebte ich mich immer in die falschen? In diesem Moment kam Martin rein und ich stellte mich schlafend, er sollte nicht am Klang meiner Stimme hören wie es mir ging. Lange lag ich wach und hörte wie Martin nach kurzer Zeit rhythmisch atmete... er schlief also schon. Nach langem umherwälzen schlief ich auch...
...bis ich plötzlich aufschreckte. «NEIN!!! Lass mich in Ruhe, ich will das nicht.» schrie Martin immer wieder als ich zu ihm sah. Ich stand auf ging zu ihm hin. «Hey! Aufwachen!» rief ich ihm zu. «NEIN! Hau ab Ron! Ich will das nicht!» Es ging nicht anders, ich gab Martin ein paar Ohrfeigen die mir wahrscheinlich mehr weh taten als ihm.
Endlich wachte er auf und schaute mich angst und hasserfüllt an. «Du hattest nur einen Albtraum, es ist alles vorbei.» sagte ich und fuhr ihm tröstend durchs Haar, worauf er noch ängstlicher zurückwich. «Was hast du denn geträumt? Wenn du willst kannst du es mir sagen, oder auch wenn du sonst was brauchst.» «Nein, ist gut...» antwortete er, aber ich merkte trotzdem dass da was nicht stimmte. «Ich lege mich jetzt wieder schlafen, aber du kannst mich jederzeit wecken wenn du was willst, brauche eh nicht viel Schlaf.» sagte ich noch und ging dann wieder in mein Bett zurück. «Okay, Danke. Ich versuch auch wieder ein wenig zu schlafen.»

Martin
Doch ich konnte lange nicht, ich wusste nämlich noch genau was ich geträumt hat und die Bilder gingen mir die ganze Zeit immer wieder durch den Kopf. Ich spürte den Hass in mir auf Ron wegen seines Schwulseins wieder wachsen. Immer wieder musste ich mir selbst sagen dass es unsinnig ist, Ron für das was Marco und Daniel getan hatten verantwortlich zu machen, aber es gelang mir nicht recht das Bild des Traumes zu verdrängen... Ron sein gehässiges Gesicht verfolgte mich immer noch, aber so etwas würde er doch nie tun redete ich mir ein. Lange noch lag ich wach und machte mir Gedanken dazu, drehte mich dabei aber immer nur im Kreis... Irgendwann schlief ich dann zum Glück wieder ein.
-
Der Rest des Wochenendes verlief ziemlich ereignislos, Zürich hatte den Reiz für mich verloren, wenn hier solche Personen wie Marco und Daniel lebten..., die es leider irgendwie schafften zu fliehen... dann würde ich doch lieber in unserem Kaff versauern und den Laden meines Dad's übernehmen.
Inzwischen waren wir wieder auf der Heimfahrt und kamen gerade im Dorf an, Tom's Frau war übrigens nicht dabei, die war früher heimgefahren um eine alte Freundin zu treffen... bald würde ich wissen wer diese war.
Während der ganzen Fahrt war die Stimmung auf null gewesen. Hätte mich auch gewundert wenn nach so einem Wochenende jemand guter Stimmung wäre.
«Wir sehn uns dann morgen.» sagte mir Ron als ich im 1. Stock unsere Wohnungstür aufschloss. Ich gab keine Antwort, ich konnte irgendwie nicht. Als ich reinkam brachte ich meinen Ruckssack auf mein Zimmer und wollte ins Wohnzimmer um ein bisschen fernzusehen. Aber als ich eintrat erschrak ich: Meine Mutter saß auf dem Polstersessel und las in irgendeiner Frauenzeitschrift. Das konnte eigentlich nicht sein, sie wollte doch erst in drei Wochen zurückkommen. Dad saß am anderem Ende des Sofas und machte einen genauso wütenden Eindruck wie auch meine Mutter die die Seiten beim Umblättern fast herausriss.
«Die Polizei hat euch also den Vorfall schon gemeldet?» «Wwwas? Welchen Vorfall meinst du?» stotterte meine Mutter. «Siehst du, ich hab's dir doch schon immer gesagt dass aus deinem Sohn nichts wird und jetzt hat ihn die Polizei geschnappt. Was hast du ausgefressen!?» Er stand auf und wollte mich wohl am liebsten an den Ohren packen. «Nichts, ich war nur zur Zeugenbefragung da.» Er liess wieder davon ab, sah mich aber misstrauisch an. «Was ist denn passiert?» fragte meine Mutter. «Später Mama.» Ich würde ihnen das glaub besser später erzählen, jetzt schienen beide nicht grade in der Stimmung zu sein.
«Ich...» begann meine Mutter zögern. «Ich werde dich heute mit nach Zürich nehmen, mit der Schule ist schon alles geregelt.» sagte meine Mutter. «Was?» «Du kommst heute Abend mit mir nach Zürich.» meine Mutter schaute mich an als wäre es das normalste der Welt. «Du kannst ihn gern haben, er ist eh ein Taugenichts.» hörte ich meinen Dad noch, aber der war mir jetzt scheißegal. «Warum müssen wir nach Zürich?»

Meine Mutter schaute mich mit verweinten Augen an, »Okay, erklär es mir später. Jetzt gehen wir besser erst mal weg von hier.« Ich sah ein dass es jetzt nichts brachte meine Mutter auszufragen, in der Gegenwart meines Vaters würde sie so wie es aussah sowieso nichts sagen... Sie wollte einfach weg von hier. Deshalb folgte ich meiner Mutter ins Schlafzimmer »Trag bitte die zwei Koffer auf dem Bett ins Auto.« Sagte sie mit zitteriger Stimme. Man merkte dass sie sich zusammenreissen musste um nicht zu weinen.

Ron
Mann, warum musste das nur sein? Martin war so schnell damit klargekommen das ich schwul bin, auch wenns nur wegen Daniel und seiner Mutter die Daniel vertraut hatte war... und jetzt? Daniel hatte ihn enttäuscht, und damit hatte auch seine Mutter ihn enttäuscht und er überträgt das ganze auf mich... das war einfach nicht fair.
Ich musste etwas dagegen tun, Martin war nicht blöd, wenn ich mit ihm reden würde, ja dann würde sich das schon einrenken. »Ich geh nochmals runter zu Martin Mama!« rief ich meiner Mutter zu die vor kurzem gekommen war. »Die ist nochmals in unsre alte Wohnung zurück!« hörte ich meinen Vater noch bevor ich die Türe zu machte.
Ich ging die Treppe runter und klingelte an der Türe von Martins Eltern. Erst als ich schon wieder aufgeben wollte öffnete nach vermehrtem Klingeln Rons Vater und mir blies eine Alkoholfahne entgegen von der mir beinahe übel wurde. »Was ist?« fragte er unfreundlich. »Kann ich Martin sprechen?« »Nein, der ist nicht da. Dieser verdammte Hurensohn ist mit seiner Mutter auf und davon! Scheissweib! Soll von mir aus dort verrecken!« schrie er und knallte mir die Türe vor der Nase zu bevor ich fragen konnte wohin sie denn verschwunden waren.

Martin
»So, da sind wir!« triumphierte meine Mutter nachdem sie sich vorher mehrmals verfahren hatte, obwohl sie ja gesagt hatte sie wisse noch genau wo es ist. Im übrigem wusste ich nun genau was los war, aber ich hatte es schon geahnt: meine Mutter hatte Schluss gemacht mit meinem Vater und wollte demnächst die Scheidung einreichen, den Grund hatte sie mir aber auch auf mehrmaliges nachfragen nicht nennen wollen. Ich vermute dass er die 'sturmfreie' Bude über Wochenende genutzt hatte und ihn meine Mutter bei etwas überrascht hatte...
»So Schatz, hier werden wir ein paar Wochen wohnen, es gehört einer Freundin von mir.« begann sie »Du wolltest ja schon immer in der Grossstadt wohnen, oder?« hängte sie noch an. »Schon Mama...« antwortete ich ausweichend, ich war zu überrascht um mehr zu sagen. »Was ist los Schatz? Stimmt etwas nicht?« »Ich glaube ich weiss wem die Wohnung gehört Mama.« »Woher willst du...« weiter kam sie nicht, sie wurde von Rons Mutter aus einem der oberen Stockwerke unterbrochen: die Tür sei offen, wir sollen raufkommen. Also hatte ich mich nicht getäuscht, ich war dieses Wochenende schon hier gewesen. »Hallo Martin, hallo Julia, hab euch ein bisschen später erwartet, macht aber nichts. Ich mach nur schnell Kaffe und hol den Kuchen.«

Ron
Mist! Martin war also gar nicht da und es schien auch nicht der rechte Augenblick zu sein ihn anzurufen, da schien eine Familienkrise in Gang zu sein und da war es besser ihn jetzt in Ruhe zu lassen.
»Hey Ron! Komm bitte mal rauf!« rief mein Dad mir zu der im ersten Stock aufs Geländer lehnte. »Später Dad, ich geh noch ein bisschen raus.« Sagte ich und lief aus dem Haus. »Nein Ron, jetzt bitte!« rief er mir aus dem Fenster des Treppenhauses hinterher. Ich wandte mich dann also doch um und ging die Treppe wieder hoch. Mein Vater war ganz annehmbar aber mit seinen dauernden Gesprächen nervte er langsam. Auch seine Reaktion auf mein Outing war nicht ganz so gut gewesen... aber meine Schwester hatte das später dann eingerenkt mit ihm und seitdem kamen wir ganz gut klar miteinander.
»Also, was ist Dad?« fragte ich ihn als ich oben war. »Setz dich erst mal hin.« Begann er und fuhr nachdem ich mich gesetzt hatte mit »Es geht um dich und Martin...« fort. »Ich glaube wir wissen beide was da zwischen euch ist, oder besser gesagt was du gerne hättest.« Ächz, vor ihm konnte man anscheinend nichts verstecken »Du hast es also gemerkt, und weiter?« antwortete ich genervt, so ein Gespräch konnte ich jetzt echt nicht brauchen.
»Ich wollte dir nur sagen das du vorerst ihm besser nichts von deinem Schwulsein erzählst, wir sind hier auf dem Land. Wenn du was sagst wirst du deinen Freund schneller verlieren als du denkst, er hat sich seit diesem Vorfall ja schon deutlich genug zurückgezogen...« seine Stimme erstarb und wir beide schwiegen.
»Zu spät Dad.« Sagte ich nach einer Weile mit ironischem Lachen. »Du hast es also gesagt?« ich nickte. »Oh Ron! Halt dich doch bitte ein wenig mehr zurück damit, nicht alle können problemlos damit umgehen. Du weisst ja wie ich...« Ich hasste es wenn er damit kam... das ganze ging mir nur noch auf die Nerven. »Und weil die andren nicht damit klar kommen soll ich ein Lügengerüst aufbauen? Mich verstecken? Vergiss es!« antwortete ich ärgerlich, wie immer wenn er auf das Thema kam. Tom stand auf und wurde wütend, seit dem »Vorfall« war er leicht reizbar. »Ich wollte dir nur sagen dass du's nicht so rausschreien sollt!« schrie er mich an. »schliesslich rennt auch niemand raus und sagt jedem dass er Hete ist...« »und bei dir denkt auch niemand das du es nicht bist!« schrie ich zurück.
Wahrscheinlich hätte das noch lange dauern können, aber ich hatte keine Lust dazu und knallte beim rausgehen die Wohnungstür mit voller Wucht zu.

Eine Woche später:
Martin
»Ich verzieh mich dann mal.« Sagte ich zu den beiden noch und lief aus der Wohnung auf die Strasse. Die zwei waren jetzt schon Stunden am schwatzen, mir wurde es einfach langsam zuviel, waren ja leider keine Türen mehr vorhanden die man schliessen konnte. Ich entschloss mich also dazu ein wenig in der Stadt rumzuschlendern, inzwischen fand ich mich schon ganz gut zurecht.
Ich fuhr also mit dem Tram bis zur Haltestelle Central und lief einfach mal ein wenig durch die Altstadt. Hatte ich öfters gemacht wenn ich mich ablenken wollte...

Thomas
Wie hatte ich mich nur ihn so ein Arsch verlieben können? Warum nur war ich so blind gewesen? Der verdammte Scheisskerl hatte mich also seit mehr als einem Monat nur noch belogen, mir gesagt er liebe mich, aber es stimmte nicht. 'Nicht mehr' wie er gesagt hatte, aber ich zweifelte langsam dran dass er mich überhaupt je geliebt hatte.
Und heute hat er mir nun nach der ganzen Zeit ins Gesicht gesagt er liebe mich nicht mehr... gibts auch Männer die einem nicht immer verarschen wollen?
Ich musste meine Wut irgendwie rauslassen, ich nahm einen Stein vom Boden und warf ihn möglichst weit auf den See raus, das tat echt gut sich so abzureagieren. Ein zweiter Stein war wurfbereit, ich holte aus und... er rutschte mir ab. Nahes Platschen und ein Schrei deuteten darauf hin dass da jemand nassgespritzt worden war. Ich sah auch gleich wer's war, ein Junge in meinem Alter der am Ufer gesessen war. Ich ging zu ihm hin und wollte ihm zur Entschuldigung meine Hand geben: »Entsch...« »Ist egal.« Fiel er mir gehässig dazwischen.
Uiuiui... da war aber wer schlecht drauf... Gut, dann war ich wenigstens nicht der einzige und geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid, also: »Hey, nichts ist egal, der Stein von mir hat dich nassgespritzt und das muss entschuldigt werden. Ich lad dich zu ner Coke ein.« Keine Antwort, er schaute nur wieder mit traurigem Blick auf den See raus. »Meine Einladungen schlägt man nicht so einfach aus,« versuchte ich es im scherzhaftem Ton aber er antwortete nicht er schaute mich nur kurz an und wandte sich dann wieder ab.
»Nun gut... du willst es nicht anders!« sagte ich, packte seinen Arm und zog ihn hoch. »Du kommst jetzt mit und damit basta!« sagte ich ernst, doch bald musste ich lachen, dieses belämmerte Gesicht sah auch einfach zu komisch aus und auch ihm zuckte es in den Mundwinkeln. »Hab ich da gerade ein Lächeln auf deinem Gesicht gesehen? Ist das nicht viel besser als deine Trauermiene?« zwinkerte ich ihm zu und noch mal huschte ein süsses Lächeln über das Gesicht des Jungen, leider verschwand es bald wieder.
Ich ging also mit ihm ins Grandcafé an der Limmat und bestellte zwei Colas
»So, und nun erzähl mir mal was mit dir los ist.« Mein Gegenüber schwieg wieder mal, schien nicht leicht zu sein was aus dem rauszubekommen. Doch er hatte etwas auf dem Herzen, ich sah es ihm deutlich an.
»Wie heisst du eigentlich?« fragte er plötzlich. Ich war seltsam überrascht dass er etwas gesagt hatte und antwortete nicht sofort, als ich dann endlich antworten wollte wurde ich leider vom Kellner unterbrochen. »2 Cokes bitte.« Sagte ich und schon war er weg.
»Also, ich bin der Thomas, und du bist der...« »Martin.«
»Und was ist jetzt los mit dir das du so traurig drauf bist?« Wieder schwieg er, langsam verzweifelte ich an ihm. »Hey! Ich will dir helfen, also rede auch mit mir!«
»Wenn du meinst...« sagte er schliesslich.
»Es geht um einen Freund von mir, ich kenn ihn zwar nicht lang und doch sind...« er brach ab. »waren wir gute Freunde geworden.« »Waren?« er nickte »Und was ist denn passiert das ihr nicht mehr Freunde seid?« fragend schaute ich Martin an der wieder mal in Schweigen verfiel.

Martin
»Er ist schwul.« So, jetzt war's draussen. »Und?« fragte mich Thomas und schaute mich verständnislos an. »Und!?« sagte ich abfällig, es war doch klar was war. »Na was daran so schlimm sein soll?« Wie konnte mich Thomas das nur ganz gelassen fragen?
»Die sind doch alle gleich!« schrie ich ihn an.
Thomas
»Die sind doch alle gleich!« schrie Martin und alle Gäste in unserer Nähe schauten sich zu uns um.
Auch der Kellner kam zu uns »Sie wollten zahlen?« fragte er mich. Ich war noch verwirrt, ich hätte nicht erwartet dass Martin so reagieren würde, aber ich antwortete dem Kellner geistesabwesend mit »Nein.«
Der Kellner räusperte sich: »Sie wollten zahlen!« sagte er in einem unmissverständlichem Ton. »Okay Martin, lass uns gehen« sagte ich und drückte dem Kellner das Geld in die Hand, sogar mit Trinkgeld dass er nicht verdiente.
Ich ging mit Martin raus auf die Strasse und die Strasse Richtung See hinunter. Es war schon sehr kalt und auch schon dunkel, deswegen bemerkte ich wohl auch nicht dass uns jemand folgte.
-
Wir waren inzwischen am See angekommen und setzten uns am Ufer auf die Bänke hin. »So Martin, nun erzähl mal genauer was los ist, ich glaube nämlich dass da noch mehr ist.« »Und was soll das sein?« antwortete er genervt. »Na ja, das weiss ich nicht. Aber da ist etwas dass du mir nicht sagen willst.« Irgendwas verbarg er vor mir weil er nicht daran erinnert werden wollte, das spürte ich einfach irgendwie. »Ich glaube nicht dass das einfach Vorurteile sind so wie du auf das Wort schwul reagierst... Hattest du schlechte Erfahrungen mit Gays?«
»Nein.« Sagte Martin und wandte sich von mir ab. Ich stand auf und lief um ihn herum, ich wollte ihm ins Gesicht sehen. Martin machte mich langsam ganz traurig, man sah deutlich dass ihn etwas quälte und er wollte nicht drüber reden. Wie sollte man so jemandem helfen?
»Hey Martin, was ist los? Du bist so nachdenklich« wieder wich er meinem Blick aus...
»Komm schon, lass dir doch helfen.« Meine Stimme klang langsam verzweifelt, solche Menschen konnten einem manchmal ganz schön um den Verstand bringen.
»Och Menno! Warum willst du dir nicht helfen lassen?« fragte ich ihn und nahm seine Hand, was wohl ein Fehler war. Jedenfalls zuckte Martin zusammen, er stand auf und rannte weg. Ich stand für eine paar Sekunden nur dumm da und schaute ihm nach bis ich mich in Bewegung setzte. Doch ich war zu spät, Martin war in ein Tram eingestiegen das gerade losfuhr als ich an die Haltestelle kam. Ich stand eigentlich nur noch dumm da und sah ihm nach.
»Hey Thomas!« erschrocken zuckte ich zusammen und drehte mich um. Ein Junge stand vor mir der mir seltsam bekannt vorkam... »Sei bitte nicht enttäuscht, einen Versuch war's wert.«
Ich schaute die Person nur fragend an, ich kannte ihn, aber woher wusste ich nicht recht. »Kennst du mich nicht mehr?« ich hatte wirklich ein Gedächtnis wie ein Sieb... aber wartet mal, jetzt weiss ichs wieder. Das war doch Ron, ich kannte ihn schon länger, hatte ihn aber schon einige Zeit nicht gesehen. »Du hast dich aber ziemlich stark verändert...«

Ron
Ja, das konnte stimmen... es hat sich auch einiges geändert inzwischen... Ihr wollt übrigens sicher noch wissen woher ich Thomas kenne? Hatte ihn eigentlich schon lange gekannt weil er im gleichen Haus wie wir gewohnt hatte, war aber kurz vor uns aus dem Haus ausgezogen. Als ich ihn heute belauschte war ich ziemlich überrascht als ich ihm zusah wie er auf das was Martin ihm sagte reagierte... er hatte früher immer Schwuchteln usw. abstossend gefunden... war er jetzt selber...?
»Nein natürlich kenn ich dich noch Ron, hatte dich nur mit schwarzen Haaren und auch sonst ein wenig anders in Erinnerung.« Begann er. »Aber was machst du eigentlich hier? Du wohnst ja nicht mehr in Zürich.« - »Ich habe Martin gesucht. Er ist der Junge der gerade...« - »Ich weiss wer er ist.« unterbrach mich Thomas. »Ach ja, das hat er dir ja schon gesagt, und von mir hat er dir auch schon erzählt.« Erst Ein wenig verblüffte ich ihn schon damit dass ausgerechnet ich... aber bald wurde er sauer und fragte wie lange ich sie denn schon belauscht hätte. »Seit dem Grandcafé in etwa.« Grinste ich ihn an.

Martin
Inzwischen schlenderte ich nachdenklich durch die Gassen der Altstadt... Eigentlich war das ganze ja einfach nur dumm, wenn Ron wirklich so wäre wie Daniel und sein Freund, wenn er wirklich so ein Schwein wäre... dann hätte ich das eher bemerkt. Aber jedes Mal wenn ich an Ron dachte kam mir das Würgen, das Ganze war doch einfach nicht richtig. Ron war fehlgeleitet, genauso wie es mein Vater immer von solchen Menschen gesagt hatte. »Hey, du hörst auf deinen Vater? Mal ganz was neues!« ich erschrak, hatte ich diesen Gedanken laut gedacht? »Nein hast du nicht. Aber ich hab alles mitangesehen und ich kenne dich auch... und hab mir das alles selber zusammengereimt.« Erklang die stimme wieder erklärend... Ich drehte mich um und hinter mir stand jemand, ein Junge um die 20 und lächelte mich an. »Woher kennst du mich?« fragte ich.. und irgendwie kam er mir auch bekannt vor. »Das darf ich dir leider nicht sagen... aber ich kenne dich in etwa seit du Simon kennst, er ist so was wie ein Freund von mir.« - »Freund...?« - »Ja, er würde mich aber heute nicht mehr erkennen...« sagte die Stimme traurig. »Aber lassen wir das, ich bin da um mit dir zu reden. Um schlimmeres zu verhindern.« Er nahm mich am Arm und zog mich in eine leere Seitengasse... irgendwie war es seltsam, aber ich wusste dass ich dieser Person vertrauen konnte... sie mochte noch so seltsam auf mich wirken.

Thomas
»Und du bist uns also die ganze Zeit nachgeschlichen?« Ron nickte nur. »Hmm... und was wollen wir jetzt machen wegen Martin?« »Ich weiss auch nicht recht, hast du noch Zeit?« ich hatte noch welche und Ron lud mich dazu ein mit in seine alte Wohnung zu kommen, dort sollte ja niemand da sein. Lasst eure Fantasie ruhig spielen was wir dort machen wollten. (ich kann mir schon denken was ihr wieder denkt *g*)
Aber wir sassen eigentlich nur am Küchentisch und haben geredet, ich bin fast versucht »leider« zu sagen ;-)
Rons Mutter musste übrigens vor kurzem noch da gewesen sein.. Jedenfalls stand in der Küche noch Abwasch zum erledigen.
Wir unterhielten uns lange während Ron das Abendessen kochte und berieten uns wegen Martin. Auch erzählte mir Ron noch die ganze Geschichte und irgendwann nach dem Abendessen erfuhr ich sogar dass ich damals, als ich nur ein paar Stockwerke höher wohnte nur ein Wort zu ihm hätte sagen müssen... dann wäre vielleicht alles nicht so verdammt schwer gewesen wenn ich und er zusammengekommen wären.
Müde gingen wir dann um Mitternacht ins Bett, Ron in sein Bett und ich auf eine Matratze daneben. Irgendwann spät in der Nacht glaubte ich plötzlich jemanden heimkommen zu hören, tat das aber als Einbildung ab und schlief wieder ein.

Ron
Ich hatte fast die ganze Nacht kein Auge zu getan und nun weckten mich die ersten Sonnenstrahlen die mir ins Gesicht fielen... ziemlich mürrisch stand ich auf und zog die Vorhänge zu und ging schlaftrunken Richtung Bad. Wenn ich erst mal wach war am Morgen, dann schlief ich eh nicht mehr ein und so ne kalte Dusche würde mir ganz gut tun.
Als ich eintrat fiel mir plötzlich ein dass ich aufpassen musste auf die Stufe... doch es war zu spät! Ich stolperte, fiel gegen jemanden und lag in ziemlich eindeutiger Stellung über ihm... und dann war dieser jemand auch noch nackt und ich hatte auch nicht grad viel an...
»Sorry Thomas ich wollte ni....« ich brach urplötzlich ab als ich sah dass es gar nicht Thomas war, ES WAR MARTIN!
Erschrocken stand ich auf und verlies das Badezimmer.
»Thomas.« zischte ich als ich in meinem Zimmer war und versuchte Thomas zu wecken. Als er nicht aufwachte nahm ich ihn einfach und schüttelte ihn durch.
»Was ist?« sagte er verschlafen. »Martin ist hier und es ist...« ich brach ab, das war einfach peinlich. Nachdem Thomas nachgefragt hatte erzählte ich es ihm dann doch und er konnte nicht mehr anders und lachte los. Ich fand das aber gar nicht mehr lustig, was Martin jetzt wohl von mir denken würde?

Martin
Ich hatte es doch gewusst, Schwulen konnte man nicht vertrauen. Ich wollte hier nur noch weg und packte meine Sachen zusammen. Doch als ich zur Haustüre kam hinderte mich irgendetwas daran und dann hörte ich wieder diese Stimme: »Du glaubst nicht das es Engel gibt oder? Lässt dich auch nicht davon überzeugen, weil du glaubst das du noch nie einen gesehen hast. Warum glaubst du dann das Schwule schlecht sind? Du hast das schon geglaubt als du noch nie einen zu sehn gehabt glaubtest und doch war er dir so nah, so nah wie dir vielleicht auch die Engel sind.« Hallten die Worte des 'so was wie ein Freund' von Simon in meinem Kopf nach. Der Vergleich war sehr seltsam, aber irgendwie stimmte er... Ich sollte vielleicht doch erst mit Ron reden...
Ich ging in Richtung seines Zimmers doch dann hörte ich dass er nicht alleine war, irgendein Junge war bei ihm und ich kehrte wieder um. Wahrscheinlich hatte mein Vater doch recht, Schwule waren sexsüchtig und dieser Junge konnte nur einer dieser... Nein, in mir sträubte sich alles meinem Vater recht zu geben und ich erinnerte mich nochmals an die Worte die ich gestern gehört hatte. Ich klopfte also an die Türe und nach einer Weile machte mir Ron auch auf. »Ich muss mit dir reden Ron.« War der Anfang eines langen Gesprächs in dem ich mich wieder mit ihm versöhnte, wobei Thomas - den ich überrascht angeschaut hatte als er aus dem Zimmer kam sicher stark mitbeteiligt gewesen war.

Ron
Endlich war das mit Martin durchgestanden, er hatte endlich kapiert dass nicht jeder Schwule gleich so einer wie Marco sein muss. Alles war perfekt, in Martin hatte ich einen sehr guten Freund gefunden und in Thomas... mehr als einen Freund vielleicht?

The End

Eigentlich hätte die Geschichte ja schon zu Ende sein können. Schliesslich waren Thomas und Ron schon halb zusammen, oder? Viel fehlte da jedenfalls nicht, aber nein... es ist noch nicht Schluss, darum geht es hier noch weiter:

2 Wochen später: Martin
So, es war also alles wieder in Ordnung, ich kam endlich damit klar das Ron halt schwul ist ist eigentlich nichts schlimmes, oder? und er hatte sich so wie es aussah in Thomas verliebt. Warum hatte ich dann aber das Gefühl das hier irgendetwas falsch läuft? Irgend so ein Gefühl dass das nicht richtig war, nicht so sein sollte wie es ist?
»Hey ihr beiden, ich lauf schon mal zurück.« Sagte ich zu den beiden nachdem sie mir tschüss gesagt hatten.
Thomas
Was war wohl los mit Martin? Er sah irgendwie traurig aus... War es vielleicht noch das Ganze mit Marco und Daniel? Oder hatte er immer noch Probleme damit dass ich und Ron schwul sind?
»Ich mache mir Sorgen um Martin Thomas, wollen wir ihm nachgehen?« Ron dachte also das gleiche... »Wäre vielleicht besser Ron. Also komm, stehen wir auf.«
-
Gemeinsam versuchten wir unauffällig hinter Martin herzuschleichen, der seltsamerweise nicht in die Richtung unserer Wohnung ging..
»Hast du eine Ahnung wo er hin will?« Ron verneinte. Wir folgten ihm lange, und erst sehr viel weiter oben am See hielt er an und setzte sich auf ne Bank am Ufer. Wir konnten ihn nicht mehr sehen weil die Bank von einer Hecke verdeckt war, wie weitere Bänke die hier am Ufer standen. Wir konnten ihn wie gesagt nicht sehen, aber wir konnten ihn leise Schluchzen hören und mir kam ein Verdacht was los war.
»Ron, geh zu ihm hin und tröste ihn ein wenig. Ich muss leider nach Hause.« Sagte ich leise zu Ron. »Okay Thomas, wir sehn uns später irgendwann noch.« flüsterte Ron zurück und ich ging los.

Ron
Ich sah eine Weile noch Thomas nach, sah einen Jungen der ihm nachlächelte... - warum der auch immer das tat -
Dann ging ich zu Martin hinüber und setzte mich neben ihn. »Hallo Martin.« »Hallo Ron.« Nach dieser kurzen Begrüssung waren wir dann sehr lange still, sagten nichts und die Stille wurde immer bedrückender... bis ich es nicht mehr aushielt: »Martin?« Er drehte sich um und schaute mir in die Augen. »Was ist mit dir los?« Er schaute wieder weg.
Irgendwie kam mir ein »deja-vu«-mässiges Gefühl hoch, hatte ich doch ähnliches damals beobachtet als Martin das erste Mal mit Thomas zusammentraf. Nur wirkte Martin diesmal noch viel nachdenklicher.
»Ron... ich...« er brach wieder ab, blickte zu Boden... Er versuchte wieder zu sprechen, doch ihm schien die Stimme zu versagen. Er begann zu weinen und drückte sich plötzlich ganz nah an mich. Ich legte meinen Arm tröstend um ihn und streichelte ihm zärtlich über den Rücken.

Thomas
Ich weiss, lauschen ist nicht grad nett, aber ich konnte einfach nicht anders und war neugierig ob ich recht hatte. Momentan lagen sich beide in den Armen und ich hörte Martin leise schluchzen. »Sind sie nicht süss?« ich hätte beinah aufgeschrieen als plötzlich jemand neben mir sass und mich ansprach. »musst du mich so erschrecken?« zischte ich zurück... hoffentlich hatten die beiden das ni

  • Eine echt gute story. Ne Fortsetztung wär cool