Ratgeber

Hier erfähst du alles, was du über deinen Körper, Sex und Jungs wissen musst...

Winterzeit ist Kuschelzeit

Verliebt im Winter! 
iboys.at
© Getty Images
Der Mensch hat von Geburt an ein grundlegendes Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Babys beispielsweise entwickeln schwerwiegende Verhaltensstörungen, wenn sie nur gefüttert und mit dem nötigsten versorgt werden, ohne dabei Liebe, Zuwendung und körperliche Nähe zu erfahren. Eine Studie dieser Art als Hinführung für das Thema "Kuscheln" zu nennen, ist zwar brutal, unterstreicht aber dessen Bedeutung: Körperkontakt ist für uns Menschen wichtig, damit wir uns gesund entwickeln und ein zufriedenes Leben führen können. Der folgende Ratgeber möchte sich daher etwas ausführlicher mit dem Kuscheln beschäftigen und beleuchten, ob die Aussagen, wonach Streicheleinheiten glücklich machen, auch wissenschaftlich stichhaltig sind.
Die Tage werden immer kürzer und es wird merklich kälter - Der Winter steht vor der Tür und das kann als Single ganz schön ungemütlich werden. Im Winter ist das Sehnsuchtsgefühl nach einem Partner an seiner Seite am größten und selbst dem überzeugten Single kann beim Anblick zahlreicher Pärchen auf Weihnachtsmärkten und Eisbahnen ein wenig wehmütig ums Herz werden...

Schuld ist nicht nur die früh einsetzende Dunkelheit, sondern auch die heruntergefahrene Ausschüttung des Hormons Melantonin, das uns in der kalten Jahreszeit niedergeschlagen und bedrückt macht. Trotzdem sollte man jetzt nicht den Kopf einziehen und sich zu Hause verkriechen, sondern die Vorteile nutzen, die einen der Winter bietet. Denn auch im Winter gibt es genügend Jungs, die darauf warten, jemanden kennenzulernen.


Die schönste, unkomplizierteste Nebensache der Welt

Kuscheln geht immer - in jeder Hinsicht. Gerade ob dieser Einfachheit unterschätzen viele die Wirkmächtigkeit von Schmusen. Manch einer interpretiert schon eine etwas längere Umarmung als Kuscheln, wohingegen ein anderer es mit dem Vorspiel vor dem Sex gleichsetzt; manch andere reduzieren es auf etwas, das zwischen Liebenden passiert. Tatsächlich jedoch ist Kuscheln noch um vieles facettenreicher als das. Es kann unglaublich intensiv sein und Zuneigung stiften; es kann harmlos sein und bleiben, muss also nicht zwangsläufig in Sex münden; zudem ist die körperliche Zuwendung zwischen verschiedenen Menschen möglich, zwischen Freunden, Familienmitglieder oder gar Fremden.


Und vor allem: Kuscheln ist nicht auf das heimische Sofa und das "eng aneinander gekuschelt" daliegen beschränkt. Es funktioniert im Zug, im Auto (sofern beide Beifahrer sind), auf einer Parkbank, im Café, beim Picknick, im Kino ... eben einfach überall. Das ist sein entscheidender Vorteil gegenüber Sex, der, insofern sich Paare an gesellschaftliche Konventionen halten möchten, nicht unbedingt überall funktioniert. So sollte es einige Probleme verursachen, wenn Partner an den oben aufgelisteten Orten übereinander herfallen möchten. Kuscheln zwei Menschen, zieht das zwar auch die Blicke auf sie, dann aber eher von wohlwollenden Kommentaren wie "Ach sieh nur, wie süß die beiden sind" begleitet.



Kuscheln stärkt die Bindung zwischen Liebenden

Am meisten wird aber wohl in Beziehungen gekuschelt - zumindest in denen, die innig genug sind. Für viele mag Sex der Gipfel der körperlichen Vereinigung darstellen, in gewisser Hinsicht stimmt das auch, aber dennoch: Kuscheln kann noch intensiver sein - emotional gesehen. Wohingegen beim Sex auch immer ein gewisses Triebverhalten mitschwingt, ist das Kuscheln völlig davon befreit.

Immerhin ist das Ziel des Schmusens nicht, in Ekstase zu geraten und Orgasmen zu haben, sondern wird um seiner selbst willen ausgeführt. Eben weil es schon von Geburt an in unseren Grundbedürfnissen verankert ist und unserem Gehirn Nähe, Zuneigung und Verbundenheit suggeriert.

Entsprechend muss es nicht zwangsläufig nur das Sexleben sein, über das sich Paare definieren; auch das "Kuschelleben" ist sehr bedeutsam und sollte gepflegt werden. Um Inspiration zu liefern, haben sich bisher schon einige Autoren mit dem Thema auseinandergesetzt. So ist beispielsweise ein Buch mit dem Titel " Kuschelsutra" entstanden (wohl in Anlehnung an das indische Kamasutra, in welchem verschiedene Sexstellungen beschrieben sind). Entsprechend stellt das Pendant für das Schmusen verschiedene Positionen vor, in denen ausgiebig gekuschelt werden kann. Wer also dachte, Schmusen heißt nur sich zu umarmen oder nebeneinanderzuliegen - weit gefehlt, das war längst nicht alles: Für verschiedene Anlässe und Orte werden in diesem kleinen Büchlein Empfehlungen gegeben.


Egal, ob frisch verliebt oder in einer Langzeitbeziehung: kuschelt!

Wer knuddelt, ist sich nah und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: auf den Partner und sich selbst. Man spürt Nähe, erfährt Liebe und ist nicht abgelenkt, sondern bewusst in der Situation und beim Gegenüber. Kuscheln bedeutet auch, sich Zeit füreinander zu nehmen, sich bewusst dafür zu entscheiden, bei seinem Partner zu sein und für ihn da zu sein.



Was sagt die Wissenschaft?

Kuscheln fühlt sich nicht nur intuitiv gut an, es tut dem Körper auch tatsächlich gut. Der Körperkontakt sorgt dafür, dass Hormone ausgeschüttet werden, beispielsweise Endorphine. Diese sind gemeinhin als Glückshormone bekannt und sorgen dafür, dass unsere Stimmung steigt und wir uns besser fühlen. Somit macht Kuscheln glücklich. Zudem wird ein Hormon freigesetzt, das sogar nach dem Prozess benannt ist, der es produzieren kann: Oxytocin oder auch das Kuschel- beziehungsweise Liebeshormon. Es ist in seiner Wirkung unschlagbar, da es wesentlich zu einem gesunden Leben beitragen kann.

Es kann dabei helfen, Stress abzubauen, es wirkt beruhigend und entspannt. Auch hilft es dabei, besser mit Ängsten umgehen zu können, es senkt die Schmerzempfindlichkeit und stärkt sogar das Immunsystem. Wer also seinem Partner ab und an ein paar liebevolle und zärtliche Streicheleinheiten zukommen lässt, hilft ihm dabei, gesund zu leben. Nicht umsonst lassen wir uns gerne in den Arm nehmen, wenn wir traurig oder ängstlich sind, oder aber unter Stress stehen, weil die Arbeit oder Schule uns den letzten Nerv raubt. Sich dann in den Armen des geliebten Menschen wiederzufinden, lässt alles Übel gleich wesentlich weniger bedrohlich wirken.

Fazit zum Kuscheln

Kuscheln ist romantisch und verbindet. Es macht glücklich und entspannt. Es stärkt die Bindung, schafft Zuneigung und unterstützt die Liebe. Kuscheln ist wunderbar, weshalb absolut nichts dagegen spricht, jetzt den Computer herunterzufahren oder das Handy aus der Hand zu legen, sich den Liebsten, den Partner, ein Familienmitglied oder Freunde zu schnappen, und sich einfach mal in den Armen zu liegen und sich eine Portion gute Laune abzuholen. Frohes Knuddeln allerseits!

Bist du schon Mitglied bei iBoys? Wir sind eine offene queere Community für Jungs bis 29. Werde Teil unserer Gemeinschaft und lerne andere Jungs aus deiner Nähe kennen!

Hier kannst du dich kostenlos registrieren

iBoys unterstützen

Du findest iBoys und unsere Arbeit toll? Als ehrenamtliches Projekt sind wir auf jede Unterstützung angewiesen und sind über jede Spende dankbar! Als kleines Dankeschön bekommst du ein Unterstützer-Abzeichen auf dein Profil und kannst iBoys werbefrei nutzen.
Wie findest du diesen Artikel?