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Junge Ringer

Genç pehlivanlar 
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© cmv laservision
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Regisseur Mete Gümürhan begleitet in seiner Dokumentation sechs Jungs, die aus armen Familien der Bergregionen Anatoliens stammen und Ringer werden wollen. Dazu verlassen die Kinder - nicht selten zum ersten Mal - ihr Elternhaus und begeben sich nach Amasya in ein Trainingszentrum.
Im Mittelpunkt stehen sechs Jungen, die im berühmten Trainings-Center in der türkischen Provinz Amasya darum kämpfen, einmal als erfolgreiche Ringer an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Die meisten von ihnen stammen aus armen Familien aus den Bergregionen Anatoliens. Viele sind zum ersten Mal von Zuhause weg und müssen sich nicht nur einem harten Trainingsprogramm unterwerfen, sondern hier neue Freunde finden und mit ihrem Heimweh klarkommen.

Ihre Trainer und Lehrer, die alle diese Ringerschule absolviert haben, bestimmen jetzt ihr Leben, in dem strenge Disziplin und strikter Gehorsam über allem stehen. „Der Film wirft uns direkt in die Welt der Jungen. Die Kamera nimmt uns mit auf eine Reise, während der wir sie mit ihren Freuden und Qualen ringen sehen“, heißt es in der Preisbegründung der Internationalen Jury, „in dem Moment, in dem wir beginnen uns mit den Charakteren zu identifizieren und ihre Höhen und Tiefen mitzuerleben, beginnen wir sie anzufeuern“.

Dieser Moment setzt spätestens im zweiten Drittel des Films ein, als ein kleiner, schmächtiger Ringer bitterlich weint, weil er das Heimweh nicht mehr aushält und zurück nach Hause möchte. Zunächst fängt der Film vor allem die harten Trainingssituationen ein, die regelmäßige Gewichtskontrolle und den äußerst strengen, aber fairen Umgang der Trainer mit den Jungen. Welch unglaubliche Härte sich selbst gegenüber von den Kindern abverlangt wird, ist interessant und teilweise auch erschütternd anzusehen.

Doch emotional reißt der Dokumentarfilm die Zuschauer so richtig erst mit, als auch die innere Verfassung der jungen Sportler sichtbar wird: die Sehnsucht nach den Eltern und der Familie, der enge, fürsorgliche Zusammenhalt, die Enttäuschung und der Schmerz nach einem verlorenen Wettkampf.
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Der niederländisch-türkische Filmemacher Mete Gümürhan hatte mit seinem viel beachteten Dokumentarfilm Genç Pehlivanlar (Junge Ringer) auf der Berlinale 2016 erfolgreiche Weltpremiere.

Trailer

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