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Ghettokids

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Ghettokids erzählt die Geschichte der Brüder Maikis und Christos, die zusammen mit ihrem älteren Bruder und ihrer Mutter in einer Einzimmerwohnung im Münchner Stadtteil Hasenbergl wohnen. Sie sind vor Jahren aus Griechenland hergezogen, in der Hoffnung, dass hier alles besser wird.
Die Kids dealen mit Drogen, Christos verdient sich sogar als Stricher Geld dazu. Als türkisch sprechende Griechen sind Christos und Maikis auch an der deutschen Förderschule unter ihren türkischen Mitschülern Außenseiter. Ihr zweites Zuhause neben dem Hasenbergl ist der Hauptbahnhof, die U-Bahn und das von dem Sozialarbeiter Xaver geführte Jugendzentrum.

Am Hauptbahnhof findet auch die erste Begegnung mit Hanna Solinger statt, die mit ihren Kindern von Hamburg nach München zieht. Beim Gepäckausladen stiehlt Christos ihre Geldbörse, nicht ahnend, dass Hanna am nächsten Morgen als neue Lehrerin vor ihm stehen wird. Keine einfache Aufgabe für Hanna Solinger, denn die Klasse hat es sich zum Ziel gesetzt, jede neue Lehrerin in kürzester Zeit so zu schockieren, dass sie nicht wieder kommt.

Die Geschichte spitzt sich zu, als Maikis in den Überfall einer Türkengang auf einen U-Bahnpassanten verwickelt und verhaftet wird, während die Polizei Christos wegen eines Diebstahls verfolgt, für den er in diesem Fall nicht verantwortlich ist.

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GHETTO KIDS ist durchgehend mit Original-Jugendlichen aus der Szene besetzt, die den Charme dieser harten und schonungslosen Geschichte ausmachen. Ich habe das ganze letzte Jahr damit verbracht, die Kinder zu casten, sie kennenzulernen, sie auf den Film vorzubereiten. Mich hat an dem Spielfilm besonders gereizt, in der Schicki-Micki-Stadt München hinter der glänzenden Oberfläche das Schicksal dieser Kinder ungeschönt aufzuzeigen.

Der Hauptbahnhof mit der offiziell negierten Stricher- und Dealerszene ist für diese Kinder und Jugendlichen das erweiterte Wohnzimmer und somit Spielfläche ihrer klein-kriminellen Aktivitäten, die sie schon frühzeitig in den Strudel der Halbwelt hineinziehen, ohne dies bewusst zu realisieren. Gerade ihre Unmündigkeit prädestiniert sie zum Dealen, da sie “noch” nicht bestraft werden können (unter 14 Jahren). Eine auch nur annähernd geregelte oder normale Kindheit ist ihnen abhanden gekommen, gestohlen, und nicht mehr zurück zu geben. Was ihnen fehlt ist eine Art Geländer, an dem sie sich festhalten können.

Der realistisch-authentische Stil des Films wird unterstützt durch die direkte Handkamera von Jürgen Jürges, der mit einer ähnlich der DV-Videocam handhabbaren neuen und kleinen Aaton-Super-16 Kamera ganz hautnah an die Kinder und ihre schauspielerische Präsenz herangekommen ist. Hier wird nichts geschönt, wir wollten eine Lakonie des Augenblicks, weit mehr als ein aufdringliches ästehtisches Konzept. Also eher eine Freiheit für die Jugendlichen ermöglichen, deren Atem stand im Mittelpunkt.

Im Schnitt hat Patricia Rommel mit ihrer Genauigkeit und Einfühlung den Kindern jenen Raum gegeben, den sie für uns brauchten. Kein VideoClip, kein falsches Beschleunigen, wiederum der Versuch, an die Kinder in ihrer rauen Schale mit sensiblem Kern heranzukommen. Auch der Einsatz der Musik hat sich dem Thema untergeordnet, da es einfach gewesen wäre, Rap-Größen ins Boot zu holen.

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