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Freier Fall

Ab Mai im Kino 
iboys.at
© Salzgeber
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Ein verheirateter junger Polizist entdeckt die Liebe zu einem Kollegen und steht bald vor den Scherben seiner Existenz.
Polizei, Armee, Fußball. Ein Terrain, auf man über Homosexualität schweigt, will man nicht seine Karriere vorschnell beenden. Mannsein heißt heterosexuell sein. So ist auch Marcs Leben gut eingerichtet. Er hofft auf baldige Beförderung bei der Bereitschaftspolizei, der Nachwuchs ist unterwegs, die Liebe zu seiner Frau unerschütterlich und die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert. Alles ist im grünen Bereich bis er bei einer Fortbildung einen netten Kollegen kennenlernt und ihm näher kommt, sich Knall auf Fall in ihn verliebt und bald nicht mehr weiß, was er wirklich will. Alles, was ihm Sicherheit gab, bricht weg.

Stephan Lacant geht das Thema und die unvorhergesehenen Ereignisse sehr subtil an. Wenn Marc nach der Geburt seines Kindes dem Lover sagt "ich bin nicht schwul, das war ein Ausrutscher", wirkt das glaubhaft, wie auch die ganze fast zufällige Entwicklung. Man(n) pinkelt und läuft zusammen, schubst sich spielerisch wie kleine Jungs und plötzlich ist es da, dieses rauschhafte und unbekannte Gefühl, aber auch das Schuldbewusstsein, die Desorientierung. Marc befindet sich im "freien Fall". Die fein erzählte Geschichte zwischen den Männern stützt sich auf großartige Schauspieler. Die psychologische Konstellation stimmt, nichts wirkt gekünstelt. Max Riemelt spielt ohne falsche Schamhaftigkeit den Verführer und Hanno Koffler den in sich Zerrissenen, der bald weder seiner Frau (Katharina Schüttler) noch dem Geliebten genügen kann.

Der Film belässt es nicht bei dem persönlichen Drama, sondern entlarvt die Diskriminierung Homosexueller, die Homophobie als weit verbreitete Einstellung einer offen und liberal scheinenden Gesellschaft. Da schleudert die Mutter ihrem Sohn ins Gesicht, so habe sie ihn nicht erzogen, die starken Polizeitypen belassen es nicht bei verbalen Tiefschlägen, sondern schlagen auch schon mal zu. In der letzten Einstellung überholt Marc beim Lauftraining seine Kameraden, lässt sie weit hinter sich. Ein Akt der Befreiung.
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Filmhandlung & Hintergrund
Marc hofft auf eine Karriere bei der Bereitschaftspolizei, der Nachwuchs ist unterwegs, die Liebe zu seiner Frau unerschütterlich und die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert. Sein Leben ist gut eingerichtet - bis er bei einer Fortbildung einen netten Kollegen kennenlernt, der ihm beim Lauftraining näher kommt. Er verliebt sich Knall auf Fall und weiß bald nicht mehr, was er wirklich will, alles was ihm Sicherheit gab, bricht weg, er befindet sich im freien Fall.

Freier Fall - Trailer

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