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Fast jeder 20. LGBTI wird in Österreich verprügelt

Hassverbechen 
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Etwa 5% der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern werden in Österreich Opfer von Gewaltverbrechen. Dieses Ergebnis brachte eine Studie der IGS Forschung. Das Risiko ist demnach etwa zehn mal so hoch im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.
Die Gay Cops Austria beauftragten die Untersuchung von Gewalterfahrungen mittels Online Fragebogens mit etwa 600 Rückläufern. Die Zahl der Körperverletzungen wurde auf etwa 17.000 pro Jahr geschätzt. Insgesamt wurden rund 37.000 derartige Straftaten angezeigt.

Die IGS Forschung beklagte ebenfalls eine sehr hohe Dunkelziffer, denn etwa 80% der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern würden keine Anzeige erstatten aufgrund mangelnden Vertrauens in unsere Polizei. Die Gay Cops Austria schlugen deshalb vor einen eigenen Ansprechpartner für LGBTI in den Polizeidienststellen zu errichten, so wie dies bereits in Deutschland installiert wurde.

Die Grünen forderten bereits Innenministerin Johanna Mikl-Leitner auf endlich zu handeln. Denn dieses Verbrechen gegen LGBTI Personen dürfe kein kein weißer Fleck in der Kriminalstatistik sein, sagte Bundessprecher Marco Scheuder von den Grünen. "Wir brauchen dringend einen Aktionsplan auf nationaler Ebene, um die Rechte von Lesben, Schwulen, Transgender und Intersexuellen Personen zu schützen."
Eine Studie zu Hassverbrechen in Österreich

1. Rund 5% aller LGBTI in Österreich werden im Jahr Opfer einer Körperverletzung. Im Vergleich zur restlichen Bevölkerung, ist das Risiko damit rund 10mal so hoch. Wie Vergleiche mit anderen Studien zeigen, ist dieser Wert eher als konservatives Minimum zu sehen.

2. Basierend auf vergleichenden Schätzungen aus anderen EU-Ländern sowie den U.S.A. gehen wir davon aus, dass die LGBTI Community in Österreich mindestens ca. 3,5% beträgt. Diese 3,5% werden jedes Jahr Opfer von ca. 17.000 Körperverletzungen. Das sind ca. 50% der ca. 37.000 angezeigten Körperverletzungen in Österreich.

3. Die absolute Mehrzahl dieser Fälle wird niemals zur Anzeige gebracht. Der wichtigste Grund dafür liegt im mangelnden Vertrauen in die Polizei, dass diese das Anliegen ernst nehmen würde. Dabei haben die meisten LGBTI keine schlechte Meinung von der Polizei, eher eine leicht positive. Sie scheinen ihr nur nicht zuzutrauen, ihre eigenen Fälle adäquat zu behandeln.

4. Das „typische“ Opfer eines Hate-Crimes in Österreich ist ein junger Mann zwischen 18-35, der in einem städtischen Umfeld lebt. Dabei darf jedoch nicht vernachlässigt werden, dass auch Frauen in hohem Ausmaß Opfer von Hasskriminalität werden. Je jünger die LGBTI in Österreich sind, desto wahrscheinlicher werden sie Opfer eines Hassverbrechens.

5. Die meisten Taten passieren am Wochenende, zwischen 21 Uhr und 03 Uhr. Der häufigste Tatort ist eine offene Straße oder die öffentlichen Verkehrsmittel.

6. Die meisten Täter sind den Opfern nicht bekannt. Beschreibungen der Opfer zufolge, sind die Täter jedoch in den meisten Fällen junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren und verüben die Taten meist in Gruppen. Junge Frauen scheinen sich vornehmlich nur dann an Hassverbrechen zu beteiligen, wenn sie in einer Gruppe mit jungen Männern unterwegs sind.

7. Die psychischen Auswirkungen auf die Opfer sind immens. Die meisten Opfer geben an, durch die Tat stark oder sehr stark psychisch belastet worden zu sein. Ein Test auf post-traumatische- Belastungsstörungen (PTBS) welcher mit den Opfern durchgeführt wurde, hat ergeben, dass nach einem Jahr rund 33% der Opfer einer Körperverletzung eine PTBS erleiden; im Vergleich zu den klinisch beobachteten 25% unter der Allgemeinbevölkerung. Dramatischerweise zeigen auch 20% der Opfer einer Beleidung nach einem Jahr Zeichen einer PTBS.

8. Die meisten Opfer suchen nach den Taten keine psychotherapeutische Hilfe, auch wenn sie angeben, durch die Tat sehr stark psychisch belastet worden zu sein. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass sich viele Opfer nicht trauen, Hilfe zu suchen.

9. Eine beste Maßnahme zur Erhöhung der Anzeigebereitschaft gibt es nicht. Mehrere Maßnahmen zur gleichen Zeit einzusetzen, scheint den meisten Erfolg zu bringen. Wenn alle unsere vorgestellten Maßnahmen auf breiter Ebene eingeführt werden, gehen wir davon aus, dass zwischen 25% - 45% aller Hassverbrechen gegen LGBTI zur Anzeige gebracht werden können.

Für detaillierte Ergebnisse zur Studie kontaktieren Sie bitte Josef Hosp, stv Obmann unter josef.hosp.vereingca@gmail.com
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  • Ich finde es nicht so gut das auf einer Seite zu veröffentlichen wo viele junge Leute sind. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich das es nicht sooo krass ist. Ich hab es damals mit Freund deutliich gezeigt, in der öffentlichkeit, das wir schwul sind.. man muss hald wissen an welchen Orten oft Bahnhöfe, wo man sich besser zurück hält. Ich will nichts runter reden, da ich auch wen kenne, der Opfer wurde, aber das war ne spezielle Geschichte die durch provukazion entstanden ist. Aber mir wurde noch nie gewalt angetan oder angedroht.

  • Also verprügelt wird man ja auch in der Schule als Außenseiter - auch ungeoutet. Immer wenn ich einen Freund habe, geh ich mit ihm Hand-in-Hand und Küsse ihn wo auch immer ich gerade Lust auf ihn hab ^^ Gabs Probleme? NIE! Nicht mal mehr komische Blicke gibts. Selbst als Skinheads vorbeigekommen sind war das denen total egal. Also kenn ich vl niemanden vno den 5% aber ich hab noch nie so eine Erzählung real gehört.

  • Holunderblute NEIN!! JEDER MENSCH hat das Recht so SEIN ZU DÜRFEN, WIE DER/DIEJENIGE IST. Das was du sagst, ist keine Entschuldigung dafür, Menschen, die anders sind als die Norm, zu attackieren!