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ESC 2019 - 1. Halbfinale

14.05.2019 um 21:00 Uhr 
iboys.at
© ESC
Der 64. Eurovision Song Contest soll vom 14. bis zum 18. Mai 2019 im Tel Aviv Convention Center in der israelischen Stadt Tel Aviv stattfinden, nachdem Netta mit dem Lied Toy für Israel den Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon gewann.

ESC in Tel Aviv

Tel Aviv ist eine israelische Stadt an der Mittelmeerküste. Charakteristisch sind die nüchternen Gebäude im Bauhaus-Stil aus den 1930er Jahren, von denen Tausende im Architekturviertel Weiße Stadt zu sehen sind. Zu den kulturellen Einrichtungen der Stadt zählt das Museum Beit Hatfutsot mit Multimedia-Ausstellungen zur Geschichte der Juden weltweit.

(c)e.dental-tribune.com

1. Halbfinale (Startreihenfolge)

1. Zypern

Zypern setzt 2019 erneut auf einen bekannten Popstar aus dem Nachbarland Griechenland: Tamta fährt zum Eurovision Song Contest nach Tel Aviv. Die 38-Jährige ist im Musikbusiness ähnlich erfolgreich wie Eleni Foureira, die im vergangenen Jahr mit Platz zwei das bisher beste Ergebnis für den kleinen Mittelmeerstaat erreicht hat. Und auch diesmal will der zyprische Sender CyBC nichts dem Zufall überlassen. Er holt die bewährten Kräfte aus dem vergangenen Jahr mit ins Boot - eine geballte Ladung schwedisches Pop-Know-how: Für den Song "Replay" zeichnen wieder Produzent Alex P, die Songwriter Geraldo Sandell "Teddy Sky", Viktor Svensson "Victory" und Kristoffer Fogelmark verantwortlich. Neu im Team ist Albin Nedler aus Stockholm, der erstmals für den ESC textet. Herausgekommen ist ein rhythmischer Tanzsong in Jennifer-Lopez-Manier, der schon wie bei Foureiras "Fuego" dazu animiert, mit den Hüften zu schwingen. Damit dies perfekt gelingt, verantwortet die schwedische Choreografin Sacha-Jean Baptiste - wie im Vorjahr auch - die Bühnenshow für Tamta.



2. Montenegro

Verschneite Landschaften, Berge mit traumhaften Ausblicken ins Tal und ein sonniger Sandstrand: So stellt sich die montenegrinische Gruppe D mol im offiziellen Musikvideo zu "Heaven" den Himmel vor. Endlich mal ein Song mit einer positiven Botschaft oder klischeehaftes Heile-Welt-Lied?


3. Finnland

Darude, wer ist das? "Sandstorm" - nie gehört? Doch bestimmt! Zu dem Trance-Titel des DJs mit seinen rhythmisch hämmernden Electrobeats ist der eine oder andere sicher schon über die Tanzfläche geshuffelt. Der Song war im Jahr 2000 ein weltweiter Hit, in zahlreichen Ländern in den Top Ten platziert, insgesamt hält es sich 42 Wochen in den Charts - und erreicht Platin-Status. Darude ist der erste Finne, der die Top drei der britischen Charts erklimmt. Insgesamt verkauft sich die Single "Sandstorm" mehr als drei Millionen Mal - und gehört damit zu den Bestsellern in der Geschichte der elektronischen Musik. Mit viel Vorschusslorbeeren startet der Finne mit dem Song "Look Away" beim 64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv.


4. Polen

Kraftvoll und mit klarem Blick nach vorne gerichtet - so singen Tulia "Fire of Love" (Pali się) für Polen. Der zweisprachige Song - gesungen auf Polnisch und Englisch - ist ein musikalisches Statement für Liebe und Hoffnung. Das liegt auch an dem sogenannten weißen Gesang. Dieser Schreigesang ist typisch für die Volksmusik Osteuropas, hört sich aber für Westeuropäer eher ungewohnt, ja sogar anstrengend, an. Sicher ist: Mit ihren farbenfrohen Folklorekleidern, langen Zöpfen und Blumenkränzen fallen die vier jungen Frauen beim Eurovision Song Contest in Israel auf jeden Fall auf.


5. Slowenien

Die slowenische Sängerin Zala Kralj und Multi-Instrumentalist Gašper Šantl vertreten Slowenien mit dem sphärischen Elektro-Song "Sebi" (Selbst) beim Eurovision Song Contest 2019 in Israel. Zala & Gašper stehen nicht für die große Show, sondern vielmehr für aussagekräftige Texte und eine schlichte, unaufgeregte Performance. "Du kannst nicht immer die Sterne sehen. Bleib einfach dir selbst treu; hör auf, dich bei mir zu entschuldigen", lautet der Refrain von "Sebi". Seinen eigenen Weg gehen, Ängste und Schwächen akzeptieren - das ist die Botschaft des Songs.


6. Tschechische Republik

Eilig schreitet Albert Černý eine mit Kopfsteinpflaster asphaltierte Straße entlang, öffnet eine Haustür und rennt eine Treppe hoch. "Can You Hear It", fängt er an zu singen. Dann ist der Frontman der Band "Lake Malawi" fast nur noch aus der Selfie-Perspektive zu sehen. Der erste Clip zum Song "Friend Of A Friend" spielt mit dem Charme eines amateurhaft gedrehten Handyvideos, ist aber tatsächlich aufwendig und hochprofessionell produziert. Die schnellen Cuts verleihen dem schwungvollen Lied eine zusätzliche Dynamik. Bringt die Indie-Pop-Band Lake Malawi die Performance des Musikvideos auch beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv auf die Bühne, könnte die Tschechische Republik nach dem erfolgreichen sechsten Platz von Mikolas Josef mit "Lie To Me" in Lissabon erneut unter den Top 10 landen.


7. Ungarn

Ganz in schlichtem Schwarz gekleidet und barfuß: So präsentiert sich Joci Pápai beim ungarischen Vorentscheid "A Dal". Er scheint mit nichts von seiner berührenden Ballade "Az én apám", einer Hommage an seinen Vater, ablenken zu wollen. Das Lied hat er gemeinsam mit dem bekannten Sänger und Produzenten Ferenc Molnár aka Caramel geschrieben. Zarte Gitarren- und Geigenklänge untermalen den Song, der auf Deutsch "Mein Vater" heißt. Die Stimme des 37-Jährigen bleibt klar im Fokus. Nichts ist überfrachtet - im Gegenteil, alles wirkt puristisch und authentisch. Damit überzeugt der 37-Jährige nicht nur die Jury, sondern auch die Zuschauer: Beide voten Joci Pápai auf Platz eins. Nach seiner Teilnahme 2017 in Kiew mit "Origo" darf er nun zum zweiten Mal das Abenteuer Eurovision Song Contest erleben, diesmal in Tel Aviv.


8.Weißrussland

Sie ist Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin und gerade einmal 16 Jahre alt: Zena heißt das Multitalent, das den belarussischen Vorentscheid für sich entschieden hat. Mit ihrem Latino-Popsong "Like It" erhielt sie von sechs der sieben Juroren die Höchstpunktzahl und damit den Auftrag zur Finalqualifikation beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv. Zinaida Kupriyanovich, wie Zena im bürgerlichen Leben heißt, hat unter anderem Erfahrungen in den Junior-Wettbewerben der Songfestivals New Wave und Slavianski Bazaar sowie in der nationalen Vorentscheidung zum Junior ESC gesammelt. 2018 moderierte sie den Wettbewerb in Minsk. Ihr Titel wurde von Yulia Kireeva und Viktor Dobrysh ("Party for Everybody") geschrieben.


9. Serbien

Die Sängerin Nevena Božović kann man wohl als einen alten Hasen unter den diesjährigen ESC-Kandidaten bezeichnen. Obwohl die Serbin erst 24 Jahre alt ist, ist es ihre zweite Teilnahme am Eurovision Song Contest. Außerdem hat sie 1997 am Junior-ESC in Rotterdam teilgenommen und es auf den dritten Platz geschafft. Beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv vertritt sie ihr Land mit der selbst geschriebenen Gitarrenballade "Kruna" (Krone).


10. Belgien

Normalerweise müsste Eliot Vassamillet im Mai die Schulbank im Collège Saint-Stanislas in seiner Heimatstadt Mons drücken und letzte Prüfungen schreiben. Doch stattdessen fährt der 18-Jährige für Belgien zum Eurovision Song Contest nach Israel. Dieses Jahr lag die Wahl des belgischen Kandidaten beim wallonischen Sender Radio Télévision Belge Francophone (RTBF), der abwechselnd mit dem flämischen Broadcaster VTM einen Teilnehmer in dem zweisprachigen Land auswählt. Intern fällt die Entscheidung auf den ehemaligen Casting-Show-Teilnehmer - einen jungen, noch unbekannten Künstler. Als Eliot präsentiert er in Tel Aviv mit "Wake Up" einen sehr modernen, coolen, aber düsteren und melancholischen Popsong. Ob er damit in die Erfolgsspur seiner wallonischen Vorgänger und jeweils Viertplatzierten - Loic Nottet (2015 in Wien) und Blanche(2017 in Kiew) - treten kann, bleibt abzuwarten.


11. Georgien

Mit seiner Version des Titels "Keep On Going" (Mach weiter) hat Oto Nemsadze die aktuelle georgische DSDS-Staffel und damit das Ticket zum Eurovision Song Contest nach Tel Aviv gewonnen. Dem Song, der in einer ersten Fassung eher schwermütig daherkam, verlieh der 39-Jährige eine düstere Energie, der sich weder die Jury noch die Anrufer entziehen konnten. Geschrieben wurde die Power-Ballade von Roman Giorgadze. Oto Nemsadze ist durch seinen Sieg sozusagen zum Doppel-Superstar geworden, denn er hatte bereits 2010 die 5. Staffel der Vorläufersendung "Geostar" gewonnen. In der Ukraine landete er drei Jahre später in der lokalen Version von "The Voice" auf dem zweiten Platz.


12. Australien

Wie eine Eisprinzessin sieht Kate Miller-Heidke aus. In vier Metern Höhe performt sie ihren Song "Zero Gravity". Ihr ebenso langes Kleid wirkt wie ein Eisberg, auf dem ganz oben der Oberkörper einer Frau zu sehen ist. Hinter der Eisprinzessin schwebt ein schwarzer Schatten, der die Armbewegungen der Sängerin imitiert.

Vermutlich hätte schon alleine diese ungewöhnliche Inszenierung gereicht, um den australischen Vorentscheid für sich zu entscheiden. Doch die ausgebildete Opernsängerin verfügt über eine außergewöhnliche Stimme, mit der sie in "Zero Gravity" Genre-Grenzen sprengt.


13. Island

Hass wird siegen ("Hatrið mun sigra") - Hinter dem radikalen Leitspruch der Band Hatari und damit auch dem Titel ihres Songs verbirgt sich eine ebenso starke politische Motivation. Hatari verstehen sich als anti-kapitalistische Performance-Gruppe, die sich kritisch mit unserer Konsum-Gesellschaft auseinandersetzt.


14. Estland

Neues Land, neues Glück: Der schwedische Sänger Victor Crone gewinnt die estnische Vorentscheidung "Eesti Laul" und vertritt das baltische Land beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv. Bereits 2015 unternimmt der inzwischen 26-Jährige einen Anlauf beim schwedischen Melodifestivalen - kommt jedoch nicht über eine der Vorrunden hinaus. Für Tel Aviv bekommt Crone kompositorische Unterstützung von Stig Rästa, Estlands Teilnehmer 2015 in Wien, Vallo Kikas und Fred Krieger. Sein Song "Storm" ist ein typisch schwedischer Mainstream-Popsong mit dezenten Country-Anleihen und einer allgemeinen "Wir-schaffen-das"-Botschaft. In Israel darf sich Crone bereits im ersten Halbfinale dem Publikum und der Jury präsentieren.


15. Portugal

Sein Name ist Conan Osíris und auch sonst ist er alles andere als konventionell. Der 30-jährige Musiker, der im bürgerlichen Leben Tiago Miranda heißt, hat mit den Stimmen von Regionaljurys und Zuschauern die portugiesische Vorentscheidung gewonnen und dürfte das ESC-Publikum gleichermaßen be- und entgeistern. Sein Lied "Telemóveis" (Handy) ist eine atemberaubende Fusion aus Fado, Techno und arabischen Einflüssen die er mit Modern-Dance-Elementen und einer archaisch anmutenden Maske eindrucksvoll unterstreicht. Er besingt darin den Verlust zwischenmenschlicher Kommunikation, lässt aber viel Spielraum für andere Interpretationen.


16. Griechenland

Katerine Duska tritt für Griechenland an

Immer wieder tauchte in den vergangenen Wochen Katerine Duskas Name als mögliche griechische Teilnehmerin in den diversen ESC-Foren auf. Jetzt bestätigte der Fernsehsender ERT ihre Nominierung für den Eurovision Song Contest in Israel. In einem internen Auswahl-Verfahren soll sich die Jury einstimmig für die Künstlerin entschieden haben. Vor allem ihre einzigartige Stimme - die an Amy Winehouse erinnert - soll ausschlaggebend für die Wahl der griechisch-kanadischen Sängerin gewesen sein.


17. San Marino

Mit seinen 54 Jahren kann man den Künstler Serhat getrost als einen der älteren Kandidaten beim Eurovision Song Contest bezeichnen. Bereits zum zweiten Mal vertritt der türkische Sänger San Marino auf der ESC-Bühne. Nach dem Halbfinal-Aus in Stockholm 2016 möchte er diesmal in Tel Aviv mit "Say Na Na Na" den Sprung ins Finale schaffen.


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