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EQT rappt für den CSD

Christophers Strasse 
iboys.at
© Volkmar Könneke
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Schon wieder in’ Knast gewandert? Die Brillis machen bling-bling? Dass es auch anders geht, zeigt EQT mit seinem Rap zum Christopher-Street-Day.
Rap und Schwulenfeindlichkeit scheinen untrennbar zu sein – auf der einen Seite. Auf der anderen haben sich schon in den 80er Jahren Rapper geoutet. Heute gehen Musiker wie „Le1t“ angriffslustig in die Offensive. Selbstverständlich ist das Thema Homosexualität im Rap deshalb noch lange nicht.

„Mir war es wichtig, das Thema in einem Song zu verarbeiten, vor allem, weil im deutschen Rap Homosexualität ein Tabu-Thema ist“, sagt Marcel Höhlig. Der 20-Jährige hat einen Song geschrieben, den der Verein CSD Ulm/Neu-Ulm zum offiziellen Song des Christopher-Street-Days ausgewählt hat. In dem Lied „Christophers Straße“ geht es um einen Jungen, dessen Mutter lesbisch ist. Außerdem prangert EQT das Verhalten von Politikern an. Warum ihm selbst das Thema so nah geht? Seine Mutter lebt seit zwöf Jahren mit einer Frau zusammen.



Mit dem Lied hat EQT auch dem Verein CSD Ulm/Neu-Ulm einen Wunsch erfüllt: Der suchte schon seit vier Jahren einen offiziellen Song für den Christopher-Street-Day. Höhlig hatte sich mit seinem Lied dafür beworben. „Ich habe den Titel mit Gänsehaut-Faktor gehört“, sagt CSD-Mitorganisator Michael Frech. „Durch die Bank weg“ sei er im Team ebenfalls gut angekommen, die Entscheidung für den Song schnell gefallen.

Auch Ronny Takacs vom CSD-Vorstand ist froh: „Es spiegelt das wider, wofür wir seit Jahren kämpfen“, sagt er – um die Anerkennung von allen Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Außerdem spreche EQT auch die schwierige Situation von Lesben und Schwulen in Russland an. Das passe gut zum diesjährigen CSD-Motto „Colours of the Danube“, mit denen der Verein auch einen kritischen Blick in die Länder entlang der Donau werfen will. Außerdem erhofft sich Takacs, mit dem Rap von EQT mehr und auch jüngere Leute zu erreichen.

Seit zwei Jahren rappt Marcel Höhlig als EQT. Ausgesprochen klingen die drei Buchstaben wie das französische „écouter“, also zuhören, zugleich könne man es als Abkürzung für eloquent verstehen, sagt Höhlig: „Sprachgewandt: Das passt bei Rap ja auch ganz gut.“

„Christophers Straße“ wurde vom Neu-Ulmer Label U.N.U-Records produziert. Den Titel kann man im Internet, auf CD, beim CSD am 2. August auf dem Petrusplatz und bei den Programmwochen ab dem 10. Juli hören.

EQT - Christophers Strasse

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