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Anders sein

Doku 
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Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Julia und Saskia vor gut einem Jahr kennen lernten. Julia, 26 Jahre alt, ist Bankkauffrau, Saskia, 24 Jahre alt, studiert in Dresden. Inzwischen wohnt das Paar bei Frankfurt zusammen und denkt sogar schon ans Heiraten und Kinderkriegen. Beide Frauen gehören zu den häufigen Gästen des KUSS in der Mainmetropole, einem Zentrum für junge Schwule und Lesben.
Die Stadt Frankfurt hat die Einrichtung möglich gemacht. Es ist ein angstfreier Raum für Leute, die spüren, dass sie anders sind. Zwei Sozialpädagogen, selbst schwul bzw. lesbisch, betreuen den Treffpunkt in der Kurt-Schumacher-Straße 41, kurz KUSS 41. Es ist das einzige Zentrum dieser Art in Hessen, und manche Besucher legen weite Wege zurück, um ein paar Stunden hier sein zu können.

Der "Hessenreporter" durfte ins Leben einiger junger Menschen rund ums KUSS schauen. Das ist nicht selbstverständlich. Viele haben Angst, ihr "Anderssein" in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der 21-jährige Pablo wollte bisher etwa seinen Fußballfreunden lieber nicht erzählen, dass er schwul ist. Er fürchtete, dass sie dann nicht mehr mit ihm spielen wollen. Die Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen nimmt zu, sagt Christian, 20 Jahre alt. "Schwule Sau" ist eines der häufigsten Schimpfwörter, nicht nur auf Schulhöfen, und Frauen werden als "Scheißlesben" tituliert.

Das ist nichts, was Homosexuelle einfach hinnehmen müssen: "Wehrt euch und zeigt die Täter an!", empfiehlt die Polizei auf der MILK-Messe in Berlin. Dort sind die Ordnungshüter zwischen fünfzig Unternehmen vertreten, die Wert legen auf Schwule und Lesben in ihren Reihen. Hier wirbt sogar die Deutsche Bank für "diversity" und betont, wie wichtig ihr die Vielfalt ihrer Mitarbeiter ist. Bankkauffrau Julia ist begeistert.
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