Sex

Safer Sex – Warum ist er so wichtig?

Der so genannte "sichere Sex", englisch Safer Sex hat schon eine lange Tradition. War er in früheren Zeiten dazu da, sich in erster Linie vor ungewollter Schwangerschaft zu schützen, so haben die 80er Jahre und das Auftauchen von AIDS den Fokus auf Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten gelegt. Unter Safer Sex werden Maßnahmen zusammengefasst, die das Risiko, eine sexuell übertragbare Krankheit zu bekommen, verringern. Aber Der Grundgedanke beim Safer Sex ist die Verhinderung des Austausches von Körperflüssigkeiten.

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Schon in vorigen Jahrhunderten hatten die Menschen Geschlechtskrankheiten, etwa die Ghonorrhoe, auch Tripper genannt, die mangels Antibiotika häufig zum Tode führte. Damals versuchten sich die Menschen bereits mehr oder weniger erfolgreich durch Safer Sex zu schützen. Viele der früheren Geschlechtskrankheiten sind heute gut behandelbar und auch heilbar. Aber viele Geschlechtskrankheiten, besonders durch Viren hervorgerufene, bleiben gefährlich so ist Safer Sex heute aktueller denn je.



Was ist eigentlich Safer Sex?
Zunächst einmal beschreibt Safer Sex schlicht ein Sexualverhalten mit sicherem Hintergrund. Damit kann die Verhütung ungewollter Schwangerschaft genauso gemeint sein wie die Verhinderung von Geschlechtskrankheiten. Antibiotika erwiesen sich gegen viele Geschlechtskrankheiten als wirksam. Die Folgen waren sexuelle Befreiung und ein unkomplizierterer sexueller Umgang. Erst seit dem Auftauchen von AIDS in den 1980er Jahren war Safer Sex als präventive Maßnahme wieder gefragt. Bis heute ist noch keine Heilungsmethode für HIV-Infektionen entwickelt worden. Medikamente können das Leben mit der Infektion nur verlängern. Daher bedeutet Sex heute zu allererst Verantwortung, derer sich alle Beteiligten bewusst sein sollten.



Kondome – Unverzichtbar für Safer Sex
Wer in einer langjährigen Partnerschaft lebt, die monogam verläuft, hat kaum ein Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu infizieren. Das ist anders, wenn man sich gerade erst kennen gelernt hat oder aber die Sexpartner häufiger wechselt. Hier muss das Risiko reduziert werden. Kondome sind beim ausgeübten Geschlechtsverkehr unverzichtbar. Sexualle Techniken, bei denen kein Austausch von Körperflüssigkeiten stattfindet, können die Alternative zum Kondom sein. Wichtig ist auch, dass eine neue sexuelle Beziehung niemals unter Drogen- oder Alkoholeinfluss begonnen wird. Denn hier ist das Urteilsvermögen stark eingeschränkt.

Risiken beim Sex – Sexuell übertragbare Krankheiten
Gerade bei einer relativ neuen sexuellen Beziehung ist der Sexualkontakt mit Risiken behaftet. HIV-Infektionen haben heute zurecht den höchsten Stellenwert auf der Liste der Ängste vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Dabei verläuft die Ansteckung wiederum unbemerkt, der Mediziner spricht hier von einer asymptomatischen oder stillen Infektion. Die Möglichkeiten, sich vor Krankheiten zu schützen, sind inzwischen vielfältig. Man muss sie aber kennen und sich rechtzeitig informieren.

Zu Beginn einer neuen Beziehung sollten beide Partner sich einem HIV-Test unterziehen. Bis zu einem sicheren Ergebnis der Tests sind Kondome absolute Pflicht. Wenn die Vermutung besteht, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt zu haben, ist der schnelle Gang zum Arzt wichtig. Verschiedene Erkrankungen können in ihrem Anfangsstadium noch vollständig ausgeheilt werden, nicht aber, wenn sie sich bereits im Körper manifestiert haben.

HIV & AIDS – Die Anfänge
Das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) gelangte in den 1980er Jahren erstmals in die Medien. Die sexuelle Befreiung, die seit den späten 1960er Jahren über das Land zog, hatte ihren Preis gefordert. Das HIV-Virus hat sich seither seuchenartig global verbreitet und die sexuellen Vorlieben sind für eine Ansteckung nicht der wichtigste Punkt. Infizieren können sich ebenso homo- wie auch heterosexuelle Menschen. AIDS steht Artificial Immunodeficiency Syndrom und bedeutet soviel wie erworbene Immunschwäche. Die körpereigene Abwehr gegen die unterschiedlichen Infektionen wird dauerhaft herabgesetzt oder sogar komplett außer Kraft gesetzt. Der Verlauf von AIDS ist noch immer tödlich und auch Heilungschancen bestehen derzeit noch nicht. Safer Sex ist vor dem HIV-Virus der einzig wirksame Schutz.

In den USA wurden im Jahr 1981 bei homosexuellen Männern ungewöhnlich häufige Berichte über Erkrankungen berichtet. Das waren dann oftmals sehr seltene Erkrankungen, aber auch Krankheiten, die der Körper sonst mit seinem Immunsystem spielend bewältigen kann. Trotzdem verstarben diese Männer an den Erkrankungen. Schnell war klar, dass ein gestörtes Immunsystem die Ursache für diese Erkrankungen war. Die im Blut zirkulierenden Leukozyten konnte ihre Aufgaben als Zerstörer von Krankheitserregern nicht mehr wahrnehmen. Das System funktionierte bei diesen betroffenen Männern nicht mehr und damit konnten sich Mikroorganismen schneller vermehren. Nach der Erkenntnis, dass bei den betroffenen Patienten eine Immunschwäche vorlag, fand man heraus, dass diese Krankheit keinesfalls nur Männer und längst nicht nur homosexuelle Menschen betraf. Bezeichnet wurde die Krankheit dann als AIDS. Drei Jahre brauchten Forscher, um herauszufinden, dass das Virus, das letztlich AIDS auslöst, eine Zerstörung der Schutzzellen des Immunsystems bewirkt. Und im Jahr 1986 bekam das Virus, das bis dahin schon viele Menschenleben eingefordert hatte, dann einen Namen: humaner T-Zell-Leukämie-Viurs III, besser bekannt als HIV.

Die Übertragung von HIV
Das Virus befindet sich beim infizierten Menschen in allen Körperflüssigkeiten, nicht nur in Blut und Sperma. Die Übertragung findet über Schleimhäute oder offene Wunden bzw. wunde Stellen statt. Ein sehr hohes Infektionsrisiko liegt beim Sex vor. Kleinste Verletzungen begünstigen die Übertragung. Natürlich kann es auch der gemeinsame Gebrauch von Infektionsnadeln sein oder die Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind über die Plazenta oder die Muttermilch. Nach wie vor ist es aber der ungeschützte Sex, der dieser Krankheit phasenweise und je nach Region zu sehr schneller Verbreitung verhilft. Die Blutspende stellte früher ein Risiko dar, sich zu infizieren. Inzwischen werden in Industrieländern Blutspenden auf das HI-Virus untersucht, bevor sie als Spende Verwendung finden.

Die wichtigsten Bedingungen für eine HIV-Infektion sind einmal, dass das Virus in den Körperflüssigkeiten enthalten ist, zweitens eine ausreichend hohe Virusbelastung für eine Infektion und drittens der Austausch von Körperflüssigkeiten.

Kein Austausch von Körperflüssigkeiten ist die sicherste Lösung, um eine Infektion zu verhindern. Das gilt übrigens auch für Hepatitis, die auf gleichem Wege übertragen werden kann und nur bedingt heilbar ist.

Was passiert bei einer HIV-Infektion?
Verschiedene Arten von Schutzzellen bilden gemeinsam das Immunsystem, um auch unterschiedliche Aufgaben erfüllen zu können. So sind es die so genannten B-Zellen, die Antikörper produzieren und die hängen sich wiederum an den Krankheitserreger an. So erhalten die Killer-T-Zellen oder auch T8+-Zellen ihr Signal, dass ein Krankheitserreger vernichtet werden muss. Die T-Helferzellen oder auch T4+-Zellen sind für die Koordination dieses körpereigenen Abwehrsystems zuständig. Dazu helfen sie den sogenannten B-Zellen, die Erreger ausfindig zu machen und anschließend Substanzen freizusetzen, die wiederum eine Vermehrung von T8+-Zellen fördern. Dann sind es die sogenannten T4+-Zellen, in die das HI-Virus nun eindringt. Das Virus kopiert nun sein Erbgut in die DNA, das dann bei der Zellteilung in die Tochterzelle weitergegeben wird. Dabei lässt sich beobachten, dass im Laufe der Zeit die Anzahl der T4+-Zellen deutlich dezimiert wird. So hat das HI-Virus die Koordination im menschlichen Immunsystem dauerhaft gestört und der Infizierte wird anfällig für Infekte jeglicher Art. Stück für Stück kann sich das abschließende Krankheitsbild AIDS ausbilden.



Stadien der HIV-Infektion
Insgesamt sind es vier Stadien, die eine HIV-Infektion durchläuft, wobei die Länge der jeweiligen Phasen sehr individuell ist. Unabhängig vom Stadium der Erkrankung kann die Infektion aber jederzeit an eine andere Person weitergegeben werden.

Erstes Stadium: Serokonversionskrankheit
In der so genannten Serokonversionskrankheit, die sich etwa acht Wochen nach der Infizierung mit dem Virus einstellt, versucht das Immunsystem sich gegen die Krankheit zu wehren. Von geschwollenen Drüsen, über Angina bis hin zum Schüttelfrost und Hautausschlag sind es die Symptome, die sich dann zeigen. Hervorgerufen werden die Symptome übrigens nicht direkt vom HI-Virus, sondern von einer beliebigen Virusinfektion, gegen die sich der Körper durch die Aktivität des HI-Virus nicht wehren kann.

Zweites Stadium: Asymptomatische Infektion
Die zweite Phase ist asymptomatisch und kann über mehrere Jahre verlaufen, wobei der Patient keine Krankheitssymptome verspürt. Und bisher ist auch noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen worden, ob diese Phase der Erkrankung alle Patienten gleichermaßen durchmachen. Das hieße aber im Umkehrschluss, dass mehr Menschen mit HIV infiziert sind, ohne davon zu wissen. Ein weiterer Grund für Safer Sex.

Drittes Stadium: Symptomatische Infektion
Das Stadium der sogenannten Symptomatischen Infektion bringt es dann als dritte Phase mit sich, dass das Immunsystem bereits sehr stark geschwächt ist. Hier sind ungewöhnliche Infektionen, zum Beispiel Pilzerkrankungen im Mundbereich, mögliche Erkrankungen.

Viertes Stadium: AIDS
Und letztlich ist es die vierte Phase, die dann erst den Ausbruch von AIDS mit sich bringt.

Die HIV-Infektion heute immer noch mit der wichtigste Grund für das Praktizieren von Safer Sex ist. Nur durch die Verwendung von Kondomen, die Vermeidung von Penetration und dem Austausch von Körperflüssigkeiten kann man sich und den Partner wirksam schützen. Da die Infektion mit HIV durchaus unterschiedlich verlaufen kann, zum Beispiel dass die Symptome nicht in jedem Fall auftreten oder einzelne Phasen unterschiedlich lang sein können, ist ein Bluttest der einzige Weg um eine Infektion effektiv auszuschließen oder festzustellen.

01.04.2014 | Quelle/Autor: red | Fotos: © iStockPhoto/GettyImages
2 Kommentare

 leogay

16.04.2017 13:17

Ich frage meine Partner vorher immer ob sie ein Gummi nehmen wollen oder nicht ich bin dafür offen wenn es nach mir ginge bräuchte niemand der mich fickt ein Gummi

 Paddybln

12.02.2016 14:03

alles schön und gut leider ist es heute gängig bei den meisten sich nicht zu schützen :/